Ein außergewöhnlich schwerer Rissvorfall beschäftigt derzeit Schafhalter im Gebiet rund um den Zirbitzkogel. Nach Angaben der „Kleinen Zeitung“ wurden am vergangenen Wochenende insgesamt 31 Schafe gerissen. Betroffen sind Schafhalter, die unter anderem Tiroler Bergschafe, Juraschafe und Merinolandschafe halten.
Besonders brisant ist der Fall, weil sich die Tiere laut vorliegenden Informationen auf einer gut gesicherten Weide befanden. Der Vorfall zeigt damit einmal mehr, wie schwierig der Schutz von Schafen vor großen Beutegreifern unter bestimmten Bedingungen sein kann.
Wolf als Verursacher noch nicht bestätigt
Die bisherige Feststellung lautet lediglich, dass die Tiere von einem Raubtier gerissen wurden. Zur eindeutigen Bestimmung des Verursachers wurden DNA-Proben genommen. Das Ergebnis steht noch aus.
Ein Rissereignis dieser Größenordnung bedeutet für einen Schafhalter nicht nur einen erheblichen finanziellen Verlust. Hinzu kommen der Verlust züchterisch wertvoller Tiere, der zusätzliche Arbeitsaufwand sowie die psychische Belastung durch den Anblick einer gerissenen Herde.
Gleichzeitig stellt sich für viele Alm- und Weidehalter die grundsätzliche Frage, wie ein ausreichender Herdenschutz in alpinem Gelände praktisch umgesetzt werden kann. Gerade auf weitläufigen Weideflächen sind Maßnahmen wie Zäunung, Behirtung oder der Einsatz von Herdenschutzhunden mit erheblichen organisatorischen und finanziellen Herausforderungen verbunden.
Konsequenzen für die kommende Almsaison?
Für die betroffenen Halter sprechen nun bereits davon, dass die Tiere künftig nicht mehr aufgetrieben werden sollen. Damit berührt der Fall ein Problem, das weit über den einzelnen Riss hinausgeht: Wenn Schafhalter aufgrund wiederholter oder schwerwiegender Rissereignisse auf den Almauftrieb verzichten, hat dies große Auswirkungen auf die Bewirtschaftung alpiner Flächen und ihrer Biodiversität.

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