TechnikTraktoren3x Modellpflege: Neue John Deere Traktoren 6M, 6R und 8R

3x Modellpflege: Neue John Deere Traktoren 6M, 6R und 8R

Erschienen in: LANDWIRT 13-14/2026

Das Design des neuen 6R hat John Deere an jenes der größeren Traktor-Serien angelehnt.
Quelle: Hersteller

Die erst 2024 vorgestellte, aktuelle 6M-Baureihe hat John Deere bereits jetzt wieder gründlich überarbeitet. Die Serie umfasst weiterhin 17 Modelle mit vier bzw. sechs Zylindern, drei Radständen und einer maximalen Motorleistung von 120 bis 281 PS. Für das Modelljahr 2027 erhalten die 6M-Traktoren zahlreiche technische und ergonomische Neuerungen. Im Mittelpunkt stehen ein vereinheitlichtes Bedienkonzept analog zu den größeren Serien, eine modernisierte Kabine sowie zusätzliche Automatisierungs- und Vernetzungsfunktionen.

Weitere Funktionen, das Bedienkonzept der großen Brüder und ein neues Getriebe halten Einzug beim 6M.
Quelle: Hersteller

Neues e19-Getriebe im 6M

Die wohl größte Neuheit ist das e19-Getriebe mit 19 voll lastschaltbaren Stufen. Es basiert auf dem PowrQuad-Triebsatz, arbeitet jedoch mit einer Doppelkupplung und einer automatischen Abstimmung zwischen Motor und Getriebe. Dadurch sollen Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung und ein bis zu 5 % geringerer Treibstoffverbrauch möglich sein, verglichen mit dem bisherigen CommandQuad-Plus-Getriebe. Das e19-Getriebe soll für die meisten 6-Zylinder-Modelle bis zum 6M 250 verfügbar sein.

Die Kabine der neuen 6M ist deutlich überarbeitet. Optional stehen eine rechte Seitenkonsole mit mechanischen oder hydraulischen Steuergeräten, der CommandArm mit G5-Display sowie der neue CommandX Plus-Joystick zur Auswahl. Dieser erlaubt das Steuern von Traktor- und Isobus-Funktionen über frei belegbare Tasten. Das 10,1-Zoll große G5-CommandCenter dient als Schnittstelle für verschiedene Precision-Farming-Anwendungen. Zusätzlich lassen sich Arbeitsdaten und Maschineneinstellungen über das Operations Center drahtlos übertragen.

Überarbeitete Serie 6R

Auch bei der Serie 6R hat John Deere Hand angelegt, konkret an den größeren Modellen. Zur Baureihe gehören nun die vier Modelle 6R 180 bis 6R 240 mit dem großen Rahmen bzw. Radstand sowie die zwei Modelle 6R 230 und 6R 260 mit dem extragroßen Rahmen/Radstand. Das neue Topmodell erreicht nun eine maximale Motorleistung von bis zu 305 PS mit IPM. Der 6R 260 ist neben dem stufenlosen AutoPowr-Getriebe optional mit dem neuen Doppelkupplungs-Volllastschaltgetriebe e19 zu haben. Zudem sind ein integriertes Reifendruckregelsystem sowie das Ballastierungssystem EZ Ballast verfügbar.

Im Fokus der weiteren Neuerungen stehen das Straßenfahrverhalten, der Bedienkomfort, Lösungen für das Precision Farming und die Wartungsfreundlichkeit mit längeren Intervallen. Mit dem neuen Sport-Pro-Paket sollen laut John Deere Stabilität, Federung und Lenkpräzision deutlich besser sein. Dazu gehören die adaptive Vorderachsfederung TLS Pro, eine weiterentwickelte hydraulische Kabinenfederung sowie ein neues Bremssystem mit PKW-ähnlicher Pedalcharakteristik. Ebenfalls neu sind ein überarbeitetes Lenkrad, eine ergonomischere Lenksäule und optionale Systeme wie eine Lenkung mit variabler Übersetzung oder eine reaktive Lenkung.

Die neue CommandView-4-Kabine bietet mehr Platz, eine bessere Sicht und mit nur 66 dB(A) eine geringere Geräuschbelastung. Durch eine geänderte Kabinengeometrie soll sich die Sicht auf Heckanbaugeräte laut Hersteller um bis zu 20 % vergrößern. Zur Ausstattung zählen auch das CommandArm-Bedienkonzept, die Joysticks CommandX Plus oder CommandX Pro sowie kabelloses Apple CarPlay und Android Auto. Alle neuen Modelle werden serienmäßig mit StarFire-7500-Empfänger, G5-Display und JDLink-Konnektivität ausgeliefert.

Frontlader für große 6R

Passend zu den neuen 6R-Modellen erweitert John Deere sein Programm an Frontladern um die beiden Modelle 665R und 685R. Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag auf der verbesserten Sicht vom Fahrerplatz aus. Optional ist eine Kamera erhältlich, die sich flexibel am Frontlader montieren lässt und direkt mit dem Bordnetz verbunden ist. Zudem sollen neue Aussparungen an den Verriegelungspunkten die Sicht auf das sichere An- und Abkuppeln des Frontladers erleichtern. Ebenfalls neu ist eine werkseitig eingestellte Zweipunkt-Anzeige zur Kontrolle der Werkzeugstellung.

Die überarbeitete Kinematik erlaubt einen um acht Grad erweiterten Einkippwinkel. Dadurch soll weniger Material verloren gehen und die Schaufel besser gefüllt bleiben. Optional können die Frontlader zudem mit einem Technologiepaket ausgestattet werden, das unter anderem eine dynamische Wiegeeinrichtung, eine automatische Horizontführung sowie eine Rückkehrfunktion zur voreingestellten Position umfasst.

Auch die Wartung wurde vereinfacht. Eine zentrale Schmieranlage erleichtert den Zugang zu den Schmierstellen und reduziert den täglichen Wartungsaufwand. Zudem verfügen die neuen Frontlader über eine neue elektrische Architektur mit separaten hydraulischen und elektrischen Anschlüssen. Dadurch lassen sich spätere Nachrüstungen wie Beleuchtung, Federung oder Kameras einfacher integrieren.

Die Modellpflege beim 8R konzentriert sich unter anderem auf eine verbesserte Zugleistung.
Quelle: Hersteller

Nächste Generation des 8R

Eine Modellpflege hat John Deere auch bei den Großtraktoren der Serien 8R, 8RT und 8RX im Leistungsbereich von 280 bis 410 PS vorgenommen. Die neue Generation umfasst Radtraktoren (8R) mit 280 bis 410 PS sowie die Raupenmodelle (8RT/8RX) von 310 bis 410 PS.

Im Mittelpunkt steht die verbesserte Umsetzung der Motorleistung in Zugkraft. Dafür sollen der 9,0-l-Motor in Kombination mit verschiedenen Getriebevarianten wie den Triebsätzen e23, AutoPowr oder eAutoPowr sorgen. Letzteres ist nur für die Modelle 370 und 410 erhältlich. Das Stufenlosgetriebe ermöglicht einen rein elektrischen Antrieb bis 5 km/h.

 

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