AckerbauAckerbau: EU gibt die Brachflächen frei

Ackerbau: EU gibt die Brachflächen frei

Brachen können ab sofort wieder genutzt werden.
Quelle: LK OÖ/Thumfart

Um zu verhindern, dass in Folge des russisch-ukrainischen Krieges Menschen auf der Welt hungern müssen, sollen Bauern in der EU künftig die für den Umweltschutz vorgesehene Ackerflächen  nutzen dürfen. Auf Brachflächen sollen daher Nahrungs- und Futtermittel angebaut werden können, um die Produktion zu steigern, teilte die EU-Kommission mit. Zudem sollen die EU-Bauern mit knapp 500 Mio. Euro unterstützt werden.

So soll zudem sichergestellt werden, dass sich steigende Preise etwa für Dünger und Sprit nicht auf die Ernährungssicherheit auswirken.

LK Österreich sieht Mogelpackung

Bei der getroffenen Flächenfreigabe geht es laut der LK Österreich (LKÖ) aber nur um einen Teil der ökologischen Vorrangflächen. Es handelt sich dabei um rund 5.000 ha, die im Rahmen dieser Notfallmaßnahme im Jahr 2022 ausnahmsweise zur Erzeugung von Futtermitteln verwendet werden können, stellt die Standesvertretung klar. Formal betrifft die EU-Entscheidung hierzulande sogar 9.000 ha, aber knapp die Hälfte ware wirtschaftlich nicht nutzbar, berichtet die LKÖ.

Auch die in Aussicht gestellten 500 Millionen Euro sind kein Geldgeschenk an die Bauern: „Die Eröffnung dieser Krisenreserve ist nur eine Umschichtung von bestehenden Agrarmitteln. Wir fordern von der EU vielmehr eine echte Unterstützung für die extrem gestiegenen Produktionskosten“, so LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger in einer Aussendung.

Seinem Dafürhalten zufolge bestehe nun die „reale Gefahr, dass weitere bäuerliche Betriebe für immer ihre Tore schließen und aus der Produktion scheiden.“ Das würde die  Versorgungssicherheit zusätzlich gefährden und lediglich anderen Exportnationen der Welt nutzen. Daher müsste die Lebensmittelversorgung und somit Ernährungssouveränität weiter ausgebaut werden, so Österreichs oberster Bauernvertreter. Außerdem ist die Verteilung der in Aussicht gestellten 500 Millionen Euro auch noch völlig offen.