KommentarAckerbau zwischen Trockenheit und Unwettern

Ackerbau zwischen Trockenheit und Unwettern

Erschienen in: LANDWIRT 10/2026

Hagel, Starkregen und Spätfrost sind leider keine Ausnahmen mehr und treffen die Ackerbaubetriebe oft mit voller Wucht. Das Ausmaß solcher Unwetter zeigt sich meist erst Tage später. Was auf den ersten Blick wie ein Totalausfall aussieht, erholt sich mitunter wieder. Dann kann man auch mit einer Resternte rechnen. In anderen Fällen ist dagegen eine Neuansaat unausweichlich. Worauf es bei der Beurteilung geschädigter Kulturen ankommt und wie Sie eine wohlüberlegte Entscheidung treffen, zeigt unsere Titelgeschichte.

Aktuell erleben wir erneut die andere Seite der Extreme: anhaltende Trockenheit, die das Ertragspotenzial in Ackerbau und Grünland ungewöhnlich früh begrenzt. Im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten zählt das laufende Jahr in Teilen Österreichs und Deutschlands bereits zu den trockensten seit Beginn der Messungen. Regional fehlten Ende April 2026 bis zu 90 % der üblichen Niederschläge. Eine Folge sind ausgetrocknete, verhärtete Böden, die spätere Niederschläge kaum aufnehmen können – das Wasser fließt oberflächlich ab und richtet mehr Schaden an, als es nützt.

Eine Versicherung gegen Unwetterschäden am Acker ist heute für die meisten Landwirte daher ein zentraler Baustein, um Risiken abzufedern. Ernteausfälle durch Dürre lassen sich ebenfalls absichern. Entscheidend ist aber auch, wie Sie im Schadensfall vorgehen. Dazu gehört vor allem: Schäden rechtzeitig melden, Bestände vor Eingriffen vom Sachverständigen begutachten lassen und die versicherungsseitigen Vorgaben einhalten. Nur so werden Entschädigungen tatsächlich wirksam.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Lage in der Land- und Forstwirtschaft zumindest wettertechnisch wieder entspannt.

Ihre Reinhild Jäger

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