Nicht nur die Landwirtschaftskammer Österreich begrüßt die von der Bundesregierung angekündigte Wiedereinführung der pauschalen Agrardieselrückvergütung für die Jahre 2027 und 2028 mit einem Volumen von je 50 Mio. Euro als dringend notwendigen Schritt zur Entlastung der heimischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe.
Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger betont: „Mit der Wiedereinführung des Agrardiesels wird die derzeitige Benachteiligung der österreichischen Bäuerinnen und Bauern im europäischen Wettbewerbsumfeld aus der Welt geschafft.“ Wegen vieler weiterer Herausforderungen – von Kostensteigerungen über Bürokratie bis EU-Finanzplänen – ortet er dennoch „keinen Grund zum Jubeln“. „Die Budgeteinigung zeigt, dass die Bundesregierung die berechtigten Anliegen der Bäuerinnen und Bauern verstanden hat. Trotzdem braucht es bessere Entwicklungen auf den Märkten. Die massiven Kostensteigerungen bei Energie, Treibstoff und Dünger können bei den schwierigen budgetären Voraussetzungen der öffentlichen Haushalte nicht vollständig durch öffentliche Mittel ausgeglichen werden“, stellt Moosbrugger im Hinblick auf die in vielen Bereichen auseinanderklaffende Preis-Kosten-Schere klar.
Produktion rechnet sich für viele Betriebe nicht mehr
LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger dazu: „Mit dem geplanten pauschalen flächenbezogenen Ausgleich wird sichergestellt, dass weiterhin ein entsprechender wirtschaftlicher Anreiz zur Reduktion des Dieselverbrauchs gegeben ist.“ Die besonderen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft machen laut Waldenberger gezielte Maßnahmen notwendig: „Für die tägliche Arbeit auf unseren Feldern und Wiesen gibt es derzeit keine praktikable Alternative zum Diesel. Es geht hier nicht um Klientelpolitik, sondern um die speziellen Rahmenbedingungen unserer Branche. Damit unsere Betriebe im europäischen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben, braucht es diese Entlastung.“
Ein Beispiel aus der Praxis zeige die derzeitige Belastung durch hohe Betriebsmittelkosten deutlich: Ein Ackerbaubetrieb in Oberösterreich mit 50 Hektar verzeichne derzeit Mehrkosten von rund 7.000 Euro pro Jahr – davon etwa 4.500 Euro für Düngemittel und rund 2.500 Euro für Diesel. Bei düngeintensiven Kulturen wie Weizen oder Mais liege die Kostensteigerungen bei bis zu 180 Euro je Hektar. Der Deckungsbeitrag betrage bei acht Tonnen guter Mahlweizenqualität zuletzt nur rund 340 Euro je Hektar. Für viele Betriebe rechne sich so die Produktion nicht mehr.
Kommentare