AgrarpolitikAgrarstrukturerhebung 2020: Weniger Betriebe, mehr Bio

Agrarstrukturerhebung 2020: Weniger Betriebe, mehr Bio

Agrarstrukturerhebung 2020 2020
Der Bio-Anteil stieg in Österreich in den letzten zehn Jahren von 14 auf 20 Prozent.
Quelle: Agrarfoto.com

Am Mittwoch veröffentlichte die Statistik Austria das vorläufige Ergebnis der Agrarstrukturerhebung 2020. Demnach setzte sich im Vorjahr der Strukturwandel in der heimischen Landwirtschaft weiter fort. In Österreich gab es 155.900 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, das bedeutet ein Minus von 17.400 Betrieben oder 10 % im Vergleich zu 2010. Weiters gab die Statistik Austria bekannt, dass der Trend zu größeren Betrieben andauere. Ebenso steige auch der Bio-Anteil seit 2010 sukzessive: Rund 20 % der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten 2020 ihre Betriebe biologisch, vor zehn Jahren lag der Bio-Anteil noch bei 14 %. Der mit 91 % weitaus größte Anteil land- und forstwirtschaftlicher Betriebe in Österreich wird nach wie vor von Familien geführt. Endgültige Ergebnisse sollen dann im zweiten Quartal 2022 veröffentlicht werden.

Mehr größere Betriebe

Die österreichische Landwirtschaft ist nach wie vor vergleichsweise klein strukturiert. Der Trend zu größeren Betrieben ist aber ungebrochen: Wurde vor rund zehn Jahren von einem Betrieb im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 42,4 Hektar bewirtschaftet, so waren es 2020 45,1 Hektar. Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen wie Ackerland, Haus- und Nutzgärten, Dauerkulturen sowie Dauergrünland verlief die Entwicklung mit einer Steigerung von 18,8 auf 21,1 Hektar ähnlich. Die durchschnittlich forstwirtschaftlich genutzte Fläche nahm seit 2010 von 23,4 auf 25,1 Hektar zu.

Weniger Bauern halten Tiere

Mehr Tiere pro Betrieb, aber weniger Betriebe, die Nutztiere halten – so verhalten sich die Zahlen in der Tierhaltung laut Agrarstrukturerhebung 2020. Konkret haben von den rund 156.000 Betrieben 86.700 auch Nutztiere im Stall, das sind insgesamt 56 %. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 63 % gewesen. Demgegenüber nahm die Anzahl der Rinder pro Betrieb in den letzten zehn Jahren zu. 2010 hielten Betriebe durchschnittlich 28 Rinder, 2020 waren es bereits 34 Rinder. Auch der durchschnittliche Schweinebestand stieg seit 2010 von 85 auf 111 Tiere an.

Landwirtschaft ist “krisensicher”

„Die vorläufigen Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung zeigen ein klares Bild: Österreichs Land- und Forstwirtschaft ist von Familienbetrieben geprägt”, kommentierte Bundesministerin Elisabeth Köstinger. Das unterscheide Österreich von vielen anderen Ländern, in denen Großbetriebe und Agrarkonzerne den Markt dominierten. Zugleich sei die heimische Struktur auch ein Erfolgskonzept. “Unsere Landwirtschaft ist krisensicher”, so Köstinger weiter, und jederzeit auch in der Lage, Österreich mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen.

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