Die warmen Temperaturen Ende Februar und Anfang März haben den Apfelblütenstecher heuer besonders früh aktiv werden lassen. Bereits am 26. Februar wurden in ersten Obstanlagen Käfer festgestellt. Für Obstbaubetriebe heißt das: jetzt regelmäßig kontrollieren, um Schäden zu begrenzen. Der Schädling beginnt bei mildem Wetter früh mit der Eiablage. Um größere Ausfälle zu vermeiden, sollte der Befall konsequent mittels Klopfprobe überprüft werden. Als Richtwert gilt: Werden zehn Käfer bei 100 Schlägen gefunden, ist eine Bekämpfung notwendig.
Befall nimmt zu
Die Stärke des Auftretens ist stark standortabhängig. Neben Lage und Witterungsverlauf spielt vor allem der Vorjahresbefall eine entscheidende Rolle. In den vergangenen Jahren wurde insgesamt eine Zunahme beobachtet. Besonders in Anlagen ohne gezielte Bekämpfung kann sich die Population rasch aufbauen – mit erheblichen Schäden bis hin zu Totalausfällen.
Larven verursachen den Hauptschaden
Den größten Schaden richten die Larven an: Pro Blüte entwickelt sich eine Larve, die den Blütenboden zerstört. Die Folge: Die Blüten öffnen sich nicht und vertrocknen.
Die etwa sechs Millimeter großen Käfer sind an einer charakteristischen V-förmigen Zeichnung auf dem Rücken zu erkennen. Sie überwintern bevorzugt in Waldstücken außerhalb der Anlagen. Obstgärten in Waldnähe sind daher besonders gefährdet.
Klopfprobe als wichtigste Kontrolle
Die Klopfprobe ist die zentrale Methode zur Befallsüberwachung. Zusätzlich bietet der Obstwarndienst eine Übersichtskarte zur aktuellen Verbreitung – eine wichtige Entscheidungshilfe für gezielte Maßnahmen.
Auch im Hausgarten ein Thema
Der Apfelblütenstecher betrifft nicht nur Erwerbsanlagen. Auch im Hausgarten sollten Bäume regelmäßig kontrolliert werden. Befallene Blüten können entfernt werden, solange sich noch Larven darin befinden. Bei warmem Wetter lassen sich Käfer durch wiederholte Klopfproben mit Trichter absammeln.
Wird die Schadschwelle überschritten, stehen auch für den Hausgarten zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.
Tipp
Hier ist ein Erklärvideo der LK zum Apfelblütenwickler und wie die Klopfprobe richtig durchgeführt wird.
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