BioBio-MilchviehAuf den Punkt gebracht

Auf den Punkt gebracht

Um Akupressur ausüben zu können, sollte für Mensch und Tiere eine ruhige Umgebung geschaffen werden.
Quelle: Vetta

Die Akupressur ist eine für Laien abgewandelte Heilmethode der Akupunktur. Während die Behandlung mit Nadeln nur von einem Tierarzt durchgeführt werden darf, kann auch der Laie mit etwas Wissen und Übung bestimmte Punkte mit seinem Fingerdruck stimulieren. Nach der Vorstellung der alten Chinesen fließt im Menschen wie auch in den Tieren das sogenannte Qi (gesprochen „tschi“), das am ehesten als „unsichtbare Lebensenergie“ übersetzt werden kann. Dieses Qi fließt in bestimmten Hauptkanälen, sogenannten Meridianen, durch den Körper.

Diese zwölf Meridiane durchziehen symmetrisch das gesamte Lebewesen an der Körperoberfläche. Zusätzlich haben sie aber noch eine Verbindung zu bestimmten Organen, es wird deshalb z.B. vom Lebermeridian gesprochen. Mit der Akupressur kann direkt auf das Qi eines Patienten eingewirkt werden. Liegt zum Beispiel ein Qi-Stau vor, zeigt der Patient Schmerzäußerungen, wenn dieser Meridianpunkt berührt wird. Ebenso kann ein Qi-Mangel oder ein Qi-Überschuss mit der richtigen Technik in einem bestimmten Organ ausgeglichen werden. Kann das Qi harmonisch fließen, ist die Gesundheit wieder hergestellt.

Akupressur anwenden

Um Akupressur ausüben zu können, sollte für das Tier eine ruhige Umgebung geschaffen werden und man auch selbst zur Ruhe kommen. Die einzelnen Punkte können mit dem Daumen oder den Fingerspitzen gedrückt werden. Wie fest gedrückt werden darf, hängt von der Sensibilität des jeweiligen Patienten ab. Soll ein Qi-Ausgleich geschaffen werden, wird in etwa eine Minute lang massiert. Am Anfang wird nur sanft gedrückt, unter leicht kreisenden Fingerbewegungen im Uhrzeigersinn wird der Druck stetig erhöht. Zeigt der Patient Schmerz- oder Abwehrreaktionen, ist der Druck zu stark. Starker Druck für etwa zwei Minuten beruhigt. Leichter und kurzer Druck für etwa 30 Sekunden hat eine belebende Wirkung, Energien werden mobilisiert.

Punkte auffinden und anwenden

Die Akupressur kann nicht heilen, aber in vielen Bereichen kann sie unterstützend eingesetzt werden.

Kalb zum Saufen anregen

Wenn Kälber nach der Geburt nicht saugen, ist die Akupunktur bzw. Akupressur eine der effektivsten Methoden, den Saugreflex zu stimulieren. Die Akupunkturpunkte liegen im Maul des Kalbes am Gaumen. Hinter der Oberlippe in der Mitte des Gaumens ist eine kleine Linie, die sich Y-förmig aufteilt. Am Ende der Y-Schenkel sind zwei kleine Öffnungen gut erkennbar. Das sind die Ausführungsgänge des Jakobsonschen Organs (Riechorgan). Genau auf diesen Öffnungen werden Zeige- und Mittelfinger aufgesetzt und mit zunehmendem, kreisendem Druck etwa eine Minute lang gedrückt.

Milch zum Fließen bringen

Dieser Punkt befindet sich an der unteren, seitlichen Bauchwand der Kuh, wo die Eutervene von außen in der Bauchwand „verschwindet“. Am besten wird der Punkt zeitnah vor dem Melken auf einer oder auf beiden Seiten stimuliert. Bei sehr nervösen Erstmelkkühen, deren Milchader noch verkrampft ist, wird dieser Punkt ca. zwei Minuten lang kräftig massiert. Dadurch entspannt sich das Tier, folglich auch die Vene, und die Milch kann fließen.

Vor dem Melken wird dieser Punkt auf einer oder beiden Seiten stimuliert.
Quelle: Frei-Freuis

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