BioBio-RindRinderstall: Auslauf im Wandel

Rinderstall: Auslauf im Wandel

Auslauf mit Rindenmulch
Eine Kombination aus befestigten und nicht befestigten Freiflächen ist sinnvoll.
Quelle: Breininger

Der Kontakt mit dem Außenklima, Bewegung im Freien sowohl bei Sonnenschein als auch bei Regen und Schnee, das sollte wesentlicher Bestandteil der Bio-Tierhaltung sein. Auch wenn bereits ein Laufstall vorhanden ist, bedarf es noch zusätzlich eines Auslaufbereichs, damit Defizite, die durch eine reine Stallhaltung entstehen, ausgeglichen werden können. Bei Rindern in Anbindehaltung ist regelmäßige Bewegung im Freien von zentraler Bedeutung. Bei einer Haltung der Tiere im Laufstall, wo von vornherein ohnedies Bewegungsfreiheit herrscht und auch die Luftqualität im Stall meistens besser ist, kommen andere Werte eines Auslaufes zum Tragen. Im ersten Fall handelt es sich um eine vom Tierhalter zeitlich gesteuerte und zwangsverordnete Auslaufnutzung, im zweiten Fall um eine von den Rindern freiwillige und normalerweise zeitlich nicht eingeschränkte Benutzungsmöglichkeit.

Die Laufstallkuh ins Freie locken

Regentage im Sommer und Sonnentage im Winter: In diesen beiden Fällen ist das Bedürfnis der Tiere nach einem Aufenthalt im Freien am größten und auch durch einen kleinen Auslauf nicht zu stören. Hingegen bleiben an heißen Sommertagen auch großzügige Laufhöfe ungenutzt. Die Auslaufnutzung wird somit nicht so stark vom Flächenangebot als vielmehr von der aktuellen Wettersituation beeinflusst. Da im Herbst und Winter vor allem die Sonne lockt, kommt der Situierung der Auslaufflächen eine große Bedeutung zu. Ungünstig gelegene Laufhöfe bewirken wenig und werden auch nicht gerne angenommen. Die Auslaufnutzung einer Laufstallkuh hängt auch von der den Tieren zur Verfügung stehenden Zeit ab. Nimmt man an, dass die Tiere 55 % der Tageszeit liegen, 25 % der Zeit am Fressgitter sowie 10 % am Warteplatz und im Melkstand stehen, dann bleiben nur mehr ca. 10 % des Tages für Aufenthalte in den Laufgängen bei Kratzbürsten, Wasser und Kraftfutter übrig. – Und für den Auslauf? Die Kuh hat somit nicht viel „Freizeit“. Bei günstigen Bedingungen kommt es so zu einer durchschnittlichen Verweildauer im Freien von weniger als einer Stunde am Tag. Eine Aufwertung des Auslaufs mit diversen Einrichtungen kann den Aufenthalt im Freien leicht zugunsten des Außenbereiches verändern. Wenn der Auslauf bedingt durch das Stallsystem zwischen Fressbereich und Liegebereich verlegt wird, verändert sich die Nutzung automatisch zugunsten der Freifläche.

Futter im Auslaufbereich
Das Fressen kann mit einer Fütterung im Außenbereich ins Freie verlegt werden.
Quelle: Breininger

Was dieser Artikel noch bereithält:

  • Was tut die Kuh im Freien?
  • Ausläufe arbeitsfreundlich gestalten
  • Kosten überdenken
  • Beispielfotos von groß möbliertem Auslauf

 

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