LandtechnikBranchennewsAustro Diesel Geschäftsführer im Interview

Austro Diesel Geschäftsführer im Interview

0:00 0:00
Die neue Doppelspitze von MF-Generalimporteur Austro Diesel im Interview mit Johannes Paar: „Wir wollen in Österreich unter die Top 4!“
Quelle: Paar

LANDWIRT: Massey Ferguson (MF) soll in Österreich langfristig zu den Top 4-Traktormarken gehören, heißt es in Ihrer ersten Pressemitteilung als Geschäftsführer. Dazu müssten Sie ein Drittel mehr Traktoren verkaufen. War das nur eine markige Ankündigung oder ist das Ihre echte Überzeugung?

Manuel SCHINDELE: In unserer aktuellen Kundenumfrage ist herausgekommen, dass wir mit MF großes Potenzial in Österreich haben. Ein Hemmschuh ist aber unser etwas verstaubtes Image. Genau da werden wir ansetzen. Denn wir haben moderne Top-Produkte.

Wie wollen Sie den Staub loswerden?

SCHINDELE: Wir haben in den letzten 40 Jahren viele Daten gesammelt und kennen die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden sehr gut. Dieses Wissen werden wir mit den Erfahrungen unserer Händler anreichern und dann zielgerichtet in den Markt hinausgehen. Ob Lohnunternehmer, Landwirte, Kommunen, Feuerwehren oder Vereine – wir müssen verstärkt der Jugend zuhören. Das sind die Kunden der Zukunft. Wie das genau aussieht, zeigen wir erstmalig auf der Messe in Wels.

Eine Imagepolitur allein wird so ein starkes Wachstum aber nicht ermöglichen?

Johannes SCHNEIDER: Natürlich nicht, das ist nur ein Puzzlestein. So haben wir auch neue stufenlose Modelle wie den MF 5S und den MF 3S im Angebot, auf die unsere Kunden schon lange gewartet haben. Wir werden demnächst zudem neue Händler präsentieren, bei denen wir ein massives Potenzial sehen. Gemeinsam wollen wir dann langsam, aber stetig wachsen.

Wer sind diese neuen Vertriebspartner?

SCHINDELE: Händler in der Steiermark und Kärnten. Mehr können wir noch nicht sagen. Wir wollen erst unseren bisherigen Händlern in den nächsten Monaten das weiterentwickelte Vertriebskonzept vorstellen. Nur so viel: Unsere Aktivitäten werden künftig zielgerichteter sein.

Steht der Führungswechsel bei Austro Diesel also auch für einen klaren Richtungswechsel?

SCHNEIDER: Nein. Unser langjähriger Vorgänger Johann Gram hat Austro Diesel durch seine Bodenständigkeit und Handschlagqualität geprägt. Auch wir wollen für unsere Kunden vor Ort greifbar und nahbar sein – keine Bürohengste. So wird auf der diesjährigen Roadshow bei unseren Exklusivpartnern auch immer einer von uns Geschäftsführern dabei sein. Unser riesiges Ersatzteillager in Schwechat, mit dem wir branchenführende Ersatzteilversorgung und höchste Servicequalität sicherstellen, bleibt natürlich ebenso erhalten.

Johann Gram hat über drei Jahrzehnte Austro Diesel alleine geführt. Trotz Ihrer Nachfolge im Doppelpack steht er weiterhin als geschäftsführender Gesellschafter im Firmenbuch. Welche Gründe hat das?

SCHINDELE: Ja, wir werden vorübergehend drei Geschäftsführer sein. Johannes und ich sind auch sehr froh, dass uns Johann Gram mit seiner Erfahrung noch eine Zeitlang beratend zur Seite steht. Das garantiert einen fließenden Übergang.

Fürchten Sie nicht, dass eine Doppelspitze mit zusätzlichem Berater die Entscheidungsprozesse verlangsamt?

SCHINDELE: Ich habe auch in meinem vorigen Unternehmen mit einem zweiten Geschäftsführer zusammengearbeitet. Es ist in erster Linie eine Frage der Chemie, damit alles reibungslos läuft. Und die Chemie stimmt zwischen Johannes und mir. Wir haben bereits nach wenigen Wochen unsere Einzelbüros aufgekündigt und wollen ein gemeinsames Büro beziehen.

Eine geteilte Macht bedarf aber auch einer klaren Verantwortung. Wie haben Sie die untereinander aufgeteilt?

SCHNEIDER: Wir werden gemeinsam vorangehen, haben die Kompetenzen aber nach unseren Stärken und Erfahrungen verteilt. So verantwortet Manuel das Vertriebsmarketing. Er wird sich in nächster Zeit auf den Vertrieb in unseren elf Partnerländern konzentrieren. Bei mir liegt das Produktmanagement, das ich ja auch schon die letzten Jahre bei Austro Diesel geleitet habe. Zudem werde ich die Kommunikation mit dem MF-Werk vollständig übernehmen und die technischen Bereiche verantworten.

Zu den Personen

Manuel Schnindele, GF Austro Diesel
Quelle: Paar

Manuel Schindele ist gebürtiger Niederösterreicher und bringt viel Vertriebs-, Marketing- und Führungserfahrung mit. Seine Berufslaufbahn begann 2004 bei PREFA Aluminiumprodukte. Der Weg zu Austro Diesel führte ihn über Pohltec Fassaden, den SK Rapid Wien und als Mitinhaber der Firma Pharma Glas in Salzburg.

Johannes Schneider, GF Austro Diesel
Quelle: Paar

Johannes Schneider ist auf einem Weinbaubetrieb im Burgenland aufgewachsen. Er ist ausgebildeter Landtechniker mit viel Auslandserfahrung. Seine berufliche Laufbahn bei Austro Diesel startete 2010 in der Disposition. Später wechselte er ins Produktmanagement und übernahm 2018 die Leitung dieses Bereichs.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen am Markt?

SCHNEIDER: Wie für alle anderen Mitbewerber auch, die Gesamtsituation am Markt. Der Markt ist bis 2022 durch die Decke gegangen. Die Jahre drauf ist alles wieder runtergefahren. Zudem haben wir nach wie vor einen hohen Lagerbestand. Auch der ist diesen Marktrückgängen geschuldet. Wir rechnen aber damit, dass sich der Markt mittelfristig stabilisieren wird.

Was wünschen Sie sich für die gemeinsame Zukunft von Massey Ferguson?

SCHINDELE: Mein Wunsch ist es, dass wir die Zusammenarbeit mit Massey Ferguson und dem AGCO Konzern weiter vertiefen. Wir sind für MF einer der weltgrößten Abnehmer und Johannes ist jetzt schon bei der Produktentwicklung in diversen Gremien mit an Bord. Dort können wir unsere Vorstellungen sehr gezielt einbringen. Aber noch besser gehört zu werden, wünscht man sich natürlich immer.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00