LandlebenFamilie und HoflebenBäuerinnen sichern sozialen Zusammenhalt auf dem Land

Bäuerinnen sichern sozialen Zusammenhalt auf dem Land

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Die Ortsbäuerinnen in Österreich besuchen seit zehn Jahren rund um den Welternährungstag im Oktober ehrenamtlich die ersten Volksschulklassen, um den Kindern die Landwirtschaft und gesunde Ernährung näherzubringen.
Quelle: Sophie Babler-Nagl

Ehrenamtliche Arbeit bildet in ländlichen Regionen eine tragende Basis. Nach Einschätzung von Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger bleibt das Gemeinschaftsleben vieler Orte ohne diesen Einsatz nur eingeschränkt funktionsfähig. Bäuerinnen übernehmen wesentliche Aufgaben in Feuerwehr, Vereinen, Brauchtumspflege, kirchlichen Aktivitäten, Bildung und kommunalpolitischen Gremien.
Der durchschnittliche Zeitaufwand liegt bei zwei bis drei Stunden pro Woche, bei einem Fünftel der Bäuerinnen bei bis zu sechs Stunden. Diese Arbeit stärkt Teilhabe, Wissensaustausch, persönliche Entwicklung und politische Mitgestaltung im ländlichen Raum.

Ein Beispiel sind die seit 2015 laufenden Schulaktionstage: 16.200 Bäuerinnen haben in 18.000 Klassen mehr als 327.000 Kinder erreicht und rund 91.370 ehrenamtliche Stunden geleistet. Bei einem angenommenen Stundensatz von 35 Euro (entspricht 50% einer durchschnittlichen Handwerkerstunde einer Fachkraft), wären das 3,1 Mio. Euro.
Das Engagement ist traditionell in bäuerlichen Familien verankert, verlangt jedoch hohe Selbstorganisation und stabile persönliche Ressourcen. Neumann-Hartberger betont die Notwendigkeit politischer Strukturen, die ehrenamtliche Arbeit ermöglichen, Lernräume sichern und die Weiterentwicklung ländlicher Gemeinschaften stützen.

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