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Rubrik Bio

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Bakterien in Rindermägen bauen Plastik ab

Neue Ergebnisse einer Forschergruppe des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) zeigen, dass Bakterien aus Kuhmägen verwendet werden können, um Polyestersorten abzubauen, aus denen unter anderem Textilien, Verpackungen und kompostierbare Plastiksackerl gemacht sind. Die Forschungserkenntnisse könnten eine nachhaltige Option zur Verringerung von Plastikmüll darstellen.

Mancherorts fressen Rinder bislang ungewollt Plastik. Zukünftig könnten Bakterien aus Kuhmägen verwendet werden, um Polyestersorten abzubauen. Quelle: Siarhei Liudkevich/shutterstock.com

Christina Vetta 1 Min. Lesezeit

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„Plastik ist zwar schwer aufzuspalten, gleicht aber in seinem Aufbau in vielerlei Hinsicht dem Aufbau natürlicher Polyester wie Cutin, einer der Hauptkomponenten der Pflanzenzelle. Im Pansen-Reticulum lebt eine riesige mikrobielle Gemeinschaft, die für die Verdauung der Nahrung in den Tieren verantwortlich ist. Daher vermuteten wir, dass einige biologische Aktivitäten auch für die Hydrolyse von Plastiksorten genutzt werden könnten“, erklärt Doris Ribitsch, Senior Researcherin am acib und Forscherin am Institut für Umweltbiotechnologie an der Boku.

Langer Weg zum industriellen Plastikabbau

Die Ergebnisse zeigen, dass alle drei untersuchten Kunststoffe – PET und zwei biologisch abbaubare Kunststoffe – von den Mikroorganismen aus Kuhmägen abgebaut werden können. Ribitsch geht von einer industriellen Umsetzbarkeit des Prozesses aus, gibt jedoch zu bedenken, dass es noch ein längerer Weg von der Rumenflüssigkeit zu großindustriellem Plastikabbau sein wird.

In Europa fällt immer mehr Plastikmüll an. Mittlerweile befinden sich knapp 26 Mio. t an Müll in unserer Umwelt und unseren Weltmeeren, wovon zirka 15 % Polyester ausmachen. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in dem Journal „Frontiers in Bioengineering and Biotechnology“ veröffentlicht.

Kontakt zum Autor

Christina Vetta

LANDWIRT Redaktion

ist auf einem kleinen Bio-Milchviehbetrieb im steirischen Murtal aufgewachsen. Während der Schul- und Studienzeit nutzte sie die Ferien, um praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft zu sammeln und ihren fachlichen Horizont zu erweitern. Nach ihrem Studium an der Universität für Bodenkultur führte sie ihr beruflicher Weg in den Agrarjournalismus. Seit 2013 ist sie als Redakteurin für den LANDWIRT tätigt. Dort betreut sie die Zeitschrift LANDWIRT Bio sowie die Rubriken Rind und Grünland.

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