Zum Inhalt springen

Rubrik Milchvieh

Anmelden, um diese Funktion zu nutzen.

Mit einem kostenlosen Konto können Sie diese Funktion nutzen und von jedem Gerät auf Ihr Benutzerkonto zugreifen.

oder

Ein Konto ist kostenlos. Für abo-pflichtige Artikel und LANDWIRT KI benötigen Sie zusätzlich ein Abo.

Meldung Alle Artikel: Meldung News Alle Artikel: News

Bauern stimmen über Eingliederung der OM in Berglandmilch ab

Die österreichische Milchwirtschaft steht vor der nächsten Konzentration. Am 15. September 2026 entscheiden die Landwirte darüber, ob die Obersteirische Molkerei eigenständig bleiben soll oder die Lieferanten zukünftig für die Berglandmilch produzieren.

Geht es nach den Plänen der Geschäftsführung, steht die Eingliederung der OM in die Berglandmilch kurz bevor. Quelle: Vetta

Artikel vorlesen lassen

0:00 0:00

Christina Vetta 3 Min. Lesezeit

Schlagwörter

Hochemotional wird die mögliche Eingliederung der Obersteirischen Molkerei (OM) in die Berglandmilch bei den derzeit stattfindenden Sprengelversammlungen diskutiert. Wie bereits berichtet, erhielten die 1.140 Produzenten der OM ein Schreiben, in dem stand, dass sie mit der Berglandmilch, Österreichs größter Molkerei, in intensive Verhandlungen eingetreten ist. Nun informierte die Molkereispitze ihre Lieferanten über die konkreten Pläne.

„Es sind derzeit viele Gerüchte im Umlauf, die wir richtigstellen möchten“, begann Obmann Jakob Karner seine Rede. Er gab bekannt, dass die OM den operativen Teil der Molkerei in die Berglandmilch (BLM) einbringen möchte. Das heißt die Töchter der OM wie Lagerhaus und Öforst bleiben im Eigentum der Molkerei, auch die Genossenschaft bleibt bestehen. Als Gründe für die Eingliederung nannte er den schwierigen Milchmarkt. Die OM sei in ihren Produktionsmöglichkeiten sehr eingeschränkt, H-Milch oder Mozzarella könne die Molkerei beispielsweise nicht produzieren. „Wir haben nicht die Kapazitäten und Milchmengen, um solche Produkte kostengünstig produzieren zu können“, erklärte Karner. Sorge bereitet vor allem der Produktionsstandort in Kapfenberg, der einer Sanierung bedarf. „Unsere Berechnungen ergaben, dass eine Reinvestition in Kapfenberg keinen Sinn machen würde und wirtschaftlich fragwürdig wäre“, ergänzt der Obmann. Der Zusammenschluss würde die Position verbessern und neue Marktzugänge schaffen. „Die OM, als zehnte Muttergenossenschaft, würde in Zukunft ein Vorstandsmandat und ein Aufsichtsratsmandat in der Berglandmilch-Gruppe bekommen“, sagt Geschäftsführer Michael Riegler.

Die OM ist in ihren Produktionsmöglichkeiten eingeschränkt, H-Milch oder Mozzarella kann die Molkerei beispielsweise nicht produzieren.
Quelle: Vetta

Änderungen für Lieferanten

Mit einer Eingliederung in die Berglandmilch würden sich für die Lieferanten zahlreiche Dinge ändern:

  • Die Milchlieferanten haben einen Liefervertrag mit der BLM, bleiben aber Mitglied der OM.
  • Im Liefervertrag wird festgelegt sein, dass mit einer Übergangsfrist bis Juli 2027 die Glyphosatausbringung auf Wiesen und Äckern verboten ist.
  • Ebenfalls dürfen Milchaustauscher nicht mehr verwendet werden. Kälber bis zur sechsten Lebenswoche müssen mit Vollmilch oder mit Vollmilchpulver der BLM, das über die Landforst angeboten wird, versorgt werden.
  • Direktvermarkter müssen an mindestens acht Tagen im Monat Milch abliefern.
  • Das Milchgeld wird bis längstens 20. des Monats und nicht wie bisher bis zum 15. ausbezahlt.
  • Der Milchpreis wird an den der Berglandmilch angeglichen.
  • Die ZzU-Bio-Zuschläge bleiben de facto gleich.
  • Die Inhaltsstoffe werden bei BLM höher bewertet (3,5 bzw. 4 Cent anstatt 3,06 und 3,815).
  • Bei der BLM ist der Tierwohlbonus bei geringeren Auflagen höher.
  • Keine Bio-Verbandsmitgliedschaft ist mehr notwendig.
  • Die Kündigungsfrist beträgt sechs statt bisher einem Monat.

Die BLM hat eine Hofabholungspauschale, abhängig von der Milchmenge, das heißt für Lieferanten mit geringer Menge erhöht sich der bisherige Betrag von pauschal 25 Euro pro Monat. Liegt die Jahresanlieferungsmenge über 75.000 kg, erfolgt bei der BLM keine Verrechnung. Michael Riegler versicherte den Bauern, dass es bei den bestehenden Hofabholungen keine Änderungen geben werde. Dass es zu keiner dreitägigen Milchabholung kommen werde, könne jedoch nur für fünf Jahre garantiert werden. Die Spezialmilchvermarktung wird weiterhin sichergestellt.

Bauern entscheiden über Weiterentwicklung

Die Einbringung der OM hängt nun von der Entscheidung der Milchlieferanten ab. Am 15. September haben die Bauern die Möglichkeit, im Zuge einer Generalversammlung über die Zukunft ihrer Molkerei abzustimmen. Die Bundeswettbewerbsbehörde wird den Zusammenschluss prüfen. Dafür wird die Behörde unter anderem Fragebögen an die Bauern ausschicken. Diese können darin ihre Meinung kundtun, sodass sich die Behörde ein repräsentatives Bild machen kann. Die finale Einbringung erfolgt erst nach positiver Bewertung durch die Bundeswettbewerbsbehörde.

Kontakt zum Autor

Christina Vetta

LANDWIRT Redaktion

Aufgewachsen auf einem kleinen Bio-Milchviehbetrieb im steirischen Murtal, wurde ihr die Begeisterung für die Landwirtschaft schon früh mit auf den Weg gegeben. Während der Schul- und Studienzeit nutzte sie die Ferien, um praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft zu sammeln und ihren fachlichen Horizont zu erweitern. Nach ihrem Studium an der Universität für Bodenkultur führte sie ihr beruflicher Weg in den Agrarjournalismus. Seit 2013 ist sie als Redakteurin für den LANDWIRT tätigt. Dort betreut sie die Zeitschrift LANDWIRT Bio sowie die Rubriken Rind und Grünland.

Haben Sie eine Frage zum Artikel, einen Hinweis oder einen Themenvorschlag?

Nachricht schreiben Alle Beiträge von Christina Vetta

Mehr zu Milchvieh

Alle Artikel zu Milchvieh

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte an.

Kommentar schreiben Konto erstellen

Anmelden, um diese Funktion zu nutzen.

Mit einem kostenlosen Konto können Sie diese Funktion nutzen und von jedem Gerät auf Ihr Benutzerkonto zugreifen.

oder

Ein Konto ist kostenlos. Für abo-pflichtige Artikel und LANDWIRT KI benötigen Sie zusätzlich ein Abo.

Nach oben