LandlebenGartenBienenweide im Juli: So helfen Hausgärten gegen Trachtlücken

Bienenweide im Juli: So helfen Hausgärten gegen Trachtlücken

0:00 0:00
Bienen sind im Sommer besonders auf Nahrung angewiesen.
Quelle: Gerti Epple

Wenn Wiesen gemäht, Ackerkulturen verblüht oder erste Flächen abgeerntet sind, finden Bienen im Juli vielerorts weniger Nahrung. Nektar liefert Energie, Pollen ist wichtig für die Brut. Fehlen über mehrere Wochen passende Blüten, spricht man von einer Trachtlücke.
Hausgärten, Balkone und kleine Grünflächen können solche Lücken teilweise schließen. In Bayern machen Hausgärten zusammen rund 135.000 Hektar Fläche aus. „Gerade im Hochsommer zählt jede blühende Fläche“, erklärt Gerti Epple, Fachlehrerin am AELF Kempten.

Ungefüllte Blüten sind entscheidend

Ein bienenfreundlicher Garten muss nicht groß sein. Entscheidend ist, dass über die Saison hinweg ausreichend Blüten vorhanden sind. Besonders wertvoll sind offene, ungefüllte Blüten, weil Insekten dort leichter an Nektar und Pollen gelangen.
Nicht jede Zierpflanze ist für Bienen nützlich. Klassische Balkonpflanzen wie Geranien oder Petunien bieten oft wenig verwertbare Nahrung oder erschweren den Zugang zu Nektar und Pollen.

Geeignete Pflanzen für Juli und August

Für den Hochsommer eignen sich unter anderem Lavendel, Katzenminze, Wiesen-Salbei, Kornblume, Echtes Johanniskraut, Ysop und Gewöhnlicher Dost. Auch Wilde Malve, Himbeersträucher, Acker-Witwenblume sowie Garten-Sonnenhut und Roter Sonnenhut bieten Nahrung für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten.

Pflege nicht zu ordentlich halten

Neben der Pflanzenauswahl spielt die Pflege eine wichtige Rolle. Wer nicht jede verblühte Staude sofort abschneidet, erhält Samenstände und Rückzugsräume. Auch beim Mähen hilft Zurückhaltung: Werden Flächen erst ab Juli und abschnittsweise gemäht, bleiben blühende Kräuter wie Klee, Gänseblümchen oder Löwenzahn länger erhalten.
Auf chemische Pflanzenschutzmittel sollte im Hausgarten möglichst verzichtet werden. Eine flache Wasserstelle mit Steinen oder Moos kann an heißen Tagen zusätzlich helfen. Das Wasser sollte regelmäßig erneuert werden.

Fünf Tipps für bienenfreundliche Gärten im Juli

  1. Hochsommerblühende Stauden und Kräuter pflanzen, etwa Lavendel, Dost, Katzenminze, Wiesen-Salbei oder Malve.
    Ungefüllte Blüten wählen, damit Insekten an Nektar und Pollen gelangen.
  2. Nicht alles auf einmal mähen, sondern blühende Bereiche stehen lassen.
  3. Auf chemische Pflanzenschutzmittel möglichst verzichten.
  4. Den Garten so planen, dass von Frühjahr bis Herbst etwas blüht.
  5. Viele kleine Flächen ersetzen keine artenreiche Landschaft. Zusammen können blühende Vorgärten, Kräuterbeete, Balkonkästen und naturnahe Ecken aber ein wichtiges Netz für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge bilden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00