Bio bleibt auf Wachstumskurs. 2025 stiegen die Umsätze im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel um 6,5 %, die Absatzmengen um 2,3 %. Damit entwickelte sich Bio deutlich besser als der Gesamtmarkt, der mengenmäßig sogar um 0,7 % schrumpfte. „Bio ist der Wachstumsmotor im Lebensmitteleinzelhandel“, sagt Franz Waldenberger. Bio-Produkte seien weniger von globalen Einflüssen abhängig und würden von treuen Kunden getragen. Qualität und Herkunft spielten dabei eine zentrale Rolle.

Politik soll Bio-Ausbau absichern
Trotz der positiven Entwicklung sieht die Branche Handlungsbedarf. „Die Zahlen zeigen klar, dass Bio funktioniert. Jetzt braucht es die richtigen politischen Weichenstellungen“, so Waldenberger. Ein zentraler Hebel ist die öffentliche Beschaffung. Eine verpflichtende Bio-Quote könnte zusätzliche Nachfrage schaffen. Gleichzeitig sollen Förderprogramme den Einstieg in die biologische Bewirtschaftung erleichtern. Ab 2027 ist ein Zuschlag von 80 €/ha für Neueinsteiger geplant. Damit will man mehr Betriebe für Bio gewinnen. Auch eine Weiterentwicklung des AMA-Biosiegels wird gefordert, etwa durch höhere Anteile an regionalem Bio-Futter.
Bio-Anteile steigen in vielen Segmenten
In mehreren Produktgruppen erreicht Bio bereits hohe Marktanteile. Besonders stark sind Bio-Mehl mit 30 % sowie Trinkmilch und Frischgemüse mit jeweils 24 %. Bio-Eier kommen auf 18 %. Erstmals überschritten Bio-Fleisch und Bio-Geflügel die Marke von 8 % Umsatzanteil. Insgesamt gaben Haushalte im Schnitt 359 € pro Jahr für Bio-Produkte aus. Der Bio-Anteil im Handel stieg auf 11,9 %.
Gesundheit, Tierwohl und Herkunft treiben Nachfrage
Beim Einkauf rücken Gesundheit und Vertrauen stärker in den Fokus. Strenge Kontrollen geben Sicherheit. Gleichzeitig bleiben Tierwohl, Nachhaltigkeit und Geschmack wichtige Kaufargumente. „Bio ist im Mainstream angekommen“, erklärt Magdalena Barth. Auch die Unterstützung regionaler Betriebe spiele eine große Rolle.

Deutschland als wichtiger Markt
Auch in Deutschland wächst der Bio-Markt weiter. 2025 legten die Umsätze im Handel um 8,7 % zu. Besonders stark entwickelte sich Bio-Geflügel mit einem Plus von über 15 %. Davon profitiert Österreich direkt. Mehr als 50 % des heimischen Bio-Geflügels gehen mittlerweile in den Export, ein großer Teil nach Deutschland. Auch bei Bio-Milch hat Österreich Dänemark als wichtigsten Lieferanten überholt.
Stabile Preise und Nachfrage nach Rohstoffen
Die gute Nachfrage stabilisiert die Bio-Rohstoffmärkte. Preisrückgänge fallen geringer aus als im konventionellen Bereich. Auch der Bio-Ackerfrüchtemarkt hat sich 2025 wieder erholt. Vor allem der Geflügelbereich sorgt für Nachfrage nach Futter. „Heimisches Bio-Futter für heimische Bio-Tiere schafft Wertschöpfung im Land“, betont Barth.
Bio-Milch: stabiler als der konventionelle Markt
Die Bio-Milchanlieferung stieg 2025 auf 634.000 t. Der Bio-Anteil liegt bei 18,1 % – der höchste Wert in der EU. Trotz steigender Mengen blieb der Markt stabil. Die Preise entwickelten sich weniger volatil als im konventionellen Bereich. Im ersten Quartal 2026 erhöhten Molkereien sogar wieder die Bio-Zuschläge.
Bio-Rind stabil, Bio-Schweine gefragt
Während der konventionelle Rindfleischmarkt zuletzt unter Druck geriet, blieben die Preise im Bio-Bereich stabiler. Die Zuschläge sind zuletzt gestiegen. Im Schweinebereich besteht weiterhin Bedarf. Sowohl in der Ferkelerzeugung als auch in der Mast werden zusätzliche Betriebe gesucht.
Neuer Einkaufsführer stärkt Direktvermarktung
Mit dem neuen Bio-Einkaufsführer stellt BIO AUSTRIA Oberösterreich mehr als 300 Direktvermarkter vor. Für viele Betriebe ist die Direktvermarktung ein wichtiges Standbein. „Der Einkaufsführer hilft Konsumenten, Bio-Angebote in der Region leichter zu finden“, sagt Barth. Neben Hofläden listet das Nachschlagewerk auch Gastronomie, Urlaub am Biohof und Freizeitangebote.Der Einkaufsführer ist kostenlos erhältlich.
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