BioBio-BauernBio-Entenhaltung: Erfolgreich in der Nische

Bio-Entenhaltung: Erfolgreich in der Nische

Bio-Entenhaltung Nische
Die Nachfrage steigt in der Bio-Entenproduktion. Für den Vollerwerb empfehlen Experten eine Stallgröße von 6.000 Bio-Enten.
Quelle: Goldberger

“Wir wollten wieder in den Vollerwerb”, erzählt Johan Forstner. Der 56-jährige Bio-Bauer aus St. Marien in Oberösterreich arbeitete 20 Jahre als Getränkelieferant und bewirtschaftete den 20 Hektar umfassenden Ackerbaubetrieb im Nebenerwerb. Als klar wurde, dass Sohn Markus den Betrieb übernehmen würde, suchten Vater und Sohn nach einem zusätzlichen betrieblichen Standbein. „Masthühner waren unsere Favoriten“, schmunzelt Johann Forstner heute. Doch dann kam alles anders.

Enten statt Masthühner

Bio-Entenhaltung Familie Forstner
Mit der Bio-Entenhaltung werden Bernadette und Johann Forstner einen Vollerwerbsbetrieb an Marie und Sohn Markus übergeben.
Quelle: Goldberger

Wer heute den Bio-Hof von Bernadette und Johann Forstner besucht, den erwartet ein ulkiges Schauspiel. Auf einer Wiesenfläche von fast drei Hektar tummeln sich unzählige Enten. Manche watscheln durch das Gras, andere liegen in Kleingruppen auf der Weide und lassen sich von der Morgensonne wärmen. Wieder andere suchen nach Pfützen und Wasserlöchern, die während des nassen Sommers entstanden sind. Was alle vereint, ist das gemeinsame Quaken, dessen Lautstärke ansteigt, wenn man sich den Tieren nähert. 6.000 Bio-Enten zieht die Familie Forstner seit drei Jahren auf. Damit sind sie einer von nur zehn Betrieben, die für die österreichische Bio-Entenproduktion sorgen.

Vermarktung von Bio-Enten seit 2017

Seit 2017 vermarktet die Firma Eiermacher aus Kremsmünster Bio-Enten an die Gastronomie und den Lebensmittelhandel. Damit ist das Unternehmen europaweit das einzige mit einem kompletten Produktionsablauf für Bio-Enten – von den Elterntieren über das Ei bis zum schlachtreifen Tier. „Wir haben uns von der Ente überzeugen lassen“, erzählt Johann Forstner rückblickend. Das Risiko sei zudem überschaubar, denn den Stall könne man auch für Bio-Masthühner verwenden, erklärt er. Die Investitionskosten seien mit 750.000 Euro (brutto und vor Abzug der Investitionsförderung) hoch gewesen, so der Landwirt: „Allerdings ist in dieser Summe auch eine zweite Halle für das Strohlager und die Strohmatic inbegriffen.“

350 Strohballen braucht Familie Forstner jährlich für die Enten. „Ohne Strohhalle wären wir wohl unter 600.000 Euro geblieben, aber man braucht halt auch ein Strohlager“, erklärt Johann Forstner. Laut EU-Bio-Verordnung liegt die maximale Besatzdichte im Stall bei 21 kg/m2. Für 6.000 Bio-Enten ergeben sich daraus 430 m2 Stallfläche und mindestens 145 m2 Wintergarten. Darunter versteht man unter Geflügelexperten einen befestigten und überdachten Auslauf. Dieser müsse ein Drittel der Gesamtfläche ausmachen, so der Bio-Bauer. In diesem Wintergarten befinden sich auch die vorgeschriebenen Wasserwannen, mit denen die Enten als Wasservögel ihrem natürlichen Verhalten nachgehen können. Forstner: „Die Wannen müssen mindestens 10 cm tief sein, damit die Enten auch ihren Kopf untertauchen können.“ Einmal täglich werden die Wannen entleert und gereinigt.

Was der Artikel noch bereithält:

  • Wie viel Grünauslauf braucht man?
  • Welcher Deckungsbeitrag bleibt?
  • Wie viel Zeit pro Tag arbeitet man?
  • u.v.m.

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