Es ist ein angenehmer Frühlingstag Mitte März, die Temperaturen liegen am Wachtberg in Thunau am Kamp im Waldviertel bei etwa 10 °C. Einige der 20 m langen und 0,8 m breiten Beete sind noch mit Planen abgedeckt, bei anderen sind schon die ersten Salatpflänzchen zu sehen. „Bevor wir ein Beet bepflanzen, kommt unser fleißigster Arbeiter, der uns viele Stunden händische Arbeit abnimmt, zum Einsatz“, erklärt Betriebsführer Tristan Toe. Der 43-Jährige startet einen Einachsschlepper mit einer Kreiselegge.
Die zwei Praktikanten Selin aus Wien und Benjamin aus Frankreich entfernen die schwarze Plane von vier Permanentbeeten. Der Bio-Bauer beginnt das Beet rückwärtsgehend mit der Kreiselegge zu bearbeiten. Nach den ersten Schritten bleibt er stehen und rüstet nach. Mithilfe der Maschine wird der Boden oberflächlich gelockert, gemischt und mit der Walze leicht angedrückt. Tristan Toe bleibt stehen, bückt sich und hebt etwas Regenwurmkot vom Boden: „Das ist es, was wir von unserem Boden wollen. Mit der Kreiselegge mischen wir den Kot der oberen Erdschicht durch und gaukeln unseren Böden vor, dass Sommer ist, und die Pflanzen bekommen die ideale Wachstumsunterstützung.“ Benjamin rupft die wenigen vergilbten Grasbüschel aus – nun ist das Beet für die erste Kultur dieses Jahres bereit.
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Sandige Böden umwandeln
Tristan Toe wuchs in Mali auf und studierte in Frankreich Samentechnologie und Pflanzenzüchtung. Der 43-Jährige kam vor über 20 Jahren für ein Praktikum bei Reinsaat nach Österreich. Er lernte seine Frau Jahwezi Graf kennen und blieb. Ursprünglich gehörte der Betrieb Jahwezis Eltern. Sie galten als Bio-Pioniere in der Umgebung, hielten Ziegen, Pferde und bauten hauptsächlich Getreide und Buchweizen an. „Ich hätte früher nie gedacht, dass ich einmal hierbleiben würde und Bäuerin werde“, sagt die 39-Jährige lachend.

Weil der Boden sehr sandig ist, die Humusschicht nur knapp 10 cm hoch und viele Steine beinhaltet, brauchten Tristan und Jahwezi mehrere Jahre zum Bodenaufbau. Dabei war den Bio-Bauern besonders wichtig, Kompostwürmer und im weiteren Schritt Regenwürmer auf ihren Flächen zu etablieren. „Die sind der eigentliche Treiber für das Pflanzenwachstum“, weiß der Landwirt. Beim Bodenaufbau entfernten sie zunächst die Erde und legten Permanentbeete an. Dazu setzten sie auf einen Mix aus Heu, Hackschnitzel, Sägemehl und kompostierter Erde. Die Wege und die Beete werden auch heute viel mit Heu zur Anregung des Bodenlebewesens und Hackschnitzel gemulcht. Es entsteht ein System aus Oberflächenkompost, Drainage, Wasserspeicher und Bodenlebewesen. „Es braucht nur ein paar Impulse und das Leben im Boden ist da“, ist sich Tristan Toe sicher.
Was dieser Beitrag noch bereithält:
- Verschiedene Anbausysteme
- Samenfeste Sorten
- Presstopfmaschine als Hilfe
- Praktikanten und Workshops
- 1.070 Euro kostet das Jahr



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