Der Nebel steht noch dicht über dem Pfaffenwinkel, als Leonhard Spatz mit einem Eimer Kraftfutter in der Hand die hoch umzäunte Weide betritt. Er streut das Futter in gleichmäßigen Bewegungen auf den Boden und wartet geduldig. Nach und nach tauchen aus dem weißen Dunst erst Köpfe, dann Rücken, dann ganze Rothirsche auf.
Betriebsspiegel:
KREILHOF, OBERHAUSEN

Leonhard Spatz (27)
- etwa 610 m Seehöhe
- Niederschlag: 1.000 mm/Jahr
- Fläche: 40 ha gesamt, davon: 24 ha Gehege, 15,5 ha Grünland, 0,5 ha Heidelbeeren
- Tierbestand: 90–100 Muttertiere plus Nachzucht in drei Herden, 1 Zuchthirsch
- Vermarktung: Hofladen, Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel
Die Tiere kommen vorsichtig näher und beginnen zu fressen. Spatz beobachtet sie kurz, bevor er leise zu sprechen beginnt: „Das ist einer der Vorteile von Rothirschen gegenüber Damwild. Sie sind nicht so scheu.“ Was er damit meint: „Wenn ich in der Hauptsaison jeden Tag mehrere Tiere aus einem Rudel schieße, streue ich zwischen den Schüssen auch Futter aus.
Dann kommen die anderen gleich wieder her. Ist Damwild durch einen Schuss erst einmal aufgeschreckt, sieht man es nicht so schnell wieder.“
Lebenszyklus Rotwild

- Kalbung: Mai–Juni, i.d.R. 1 Jungtier/Hirschkuh
- Nutzungsdauer Muttertiere: etwa 10 Jahre
- Zuchthirsch für 6 Jahre, je 2 Jahre in einem Rudel
- Schlachttiere: Spießer und Schmaltiere < 2 Jahre
- Ältere Muttertiere für Wurstwaren
- geeignete männliche Jungtiere als Zuchthirsche
Was dieser Artikel noch bereit hält:
- Rotwildhaltung im Gehege
- Umtriebsweide und Rudelmanagement
- Bioland-Rotwild „ähnlich freilebend“
- Fütterung und Weidemanagement
- Zerlegung, Hofladen und Absatz
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