Immer öfter häufen sich Anfragen zur Wirksamkeit verschiedener Boden- und Pflanzenhilfsstoffe. Ein Blick in Produktlisten – etwa auf InfoXgen – zeigt schnell die enorme Bandbreite, die Palette ist prall gefüllt mit den unterschiedlichsten Produkten: Algenextrakte, Blatt- und Spurenelementdünger, Mikroorganismenpräparate, Mehrnährstoffdünger sowie zahlreiche Pflanzen- und Stoffextrakte. Wissenschaftliche oder zumindest belastbare Versuche zur Wirksamkeit sind jedoch schwer zu finden. Und wenn Ergebnisse vorliegen, bestätigen sie nur selten einen klaren Mehrnutzen. Ob dies gerechtfertigt ist oder nicht, lässt sich oft schwer beurteilen: Versuchsansteller sehen häufig keinen Effekt, während Hersteller auf eine vermeintlich falsche Anwendung verweisen.
Aufgrund der vergleichsweise wenigen unabhängigen Versuche, des zugleich aber großen Interesses in der Praxis, sind jetzt Ihre Erfahrungen gefragt. Teilen Sie daher Ihre Beobachtungen mit uns: Mit welchen Präparaten haben Sie gearbeitet und welche Ergebnisse konnten Sie feststellen – egal ob positiv oder negativ. Ihre Rückmeldungen helfen, ein klareres Bild aus der Praxis zu gewinnen und mehr Transparenz in dieses Thema zu bringen. Schreiben Sie uns ein mehr oder weniger kurzes Mail anTeilen Sie mit uns Ihre Erfahrungen
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Große Palette – wenig Daten
Besonders häufig werden derzeit Fragen im Bereich der biologischen Saatgutbehandlung gestellt. Gerade im Maisanbau ist der Bedarf in der Praxis hoch, da biologisch wirtschaftende Betriebe nach wirksamen Lösungen gegen Krähenfraß suchen. Bei der Recherche zu diesem Thema stießen wir auf einen Feldversuch mit rein biologischen Präparaten auf ökologisch bewirtschafteten Flächen. In einer Bachelorarbeit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wollte man die Wirksamkeit verschiedener Beizmittel gegen Vogelfraß im ökologischen Maisanbau genauer untersuchen.
Neuer Schwerpunkt…
Während des Versuchsjahres trat jedoch kein Krähenbefall auf, sodass die ursprüngliche Fragestellung nicht beantwortet werden konnte. Stattdessen wurden die Effekte der Beizmittel auf Pflanzenanzahl, Entwicklungsstadium (BBCH) und Biomasse bewertet. Insgesamt wurden zehn verschiedene Beizvarianten in vier Wiederholungen angelegt und von der Aussaat bis zum 8-Blatt-Stadium regelmäßig bonitiert. Die statistische Auswertung zeigte signifikante Unterschiede zwischen den Varianten.
…gute Ergebnisse
Besonders deutlich wurden die Unterschiede bei den Pflanzenzahlen: Mit Promos Z behandeltes Saatgut erreichte mit rund 221 Pflanzen pro Parzelle die höchsten Werte, während HopAlpha-behandelte Varianten mit etwa 133 Pflanzen die niedrigsten Bestände aufwiesen. Auch in der Pflanzenentwicklung zeigte sich ein ähnliches Bild. In den BBCH-Bonituren lagen die Promos-Z-Parzellen an der Spitze und setzten sich vor allem beim zweiten Boniturtermin klar vom übrigen Versuch ab. Varianten ohne Behandlung oder mit einzelnen repellent wirkenden Beizen blieben in ihrer Entwicklung zurück. Die Biomassebewertungen bestätigten diese Ergebnisse. Auch hier erzielten die mit Promos Z behandelten Parzellen die höchsten Werte, während andere Varianten deutlich schwächer abschnitten. Insgesamt entwickelten sich die Bestände im Verlauf des Versuchs zunehmend unterschiedlich, wodurch die Effekte der Beizmittel klar sichtbar wurden.
Fazit
Zusammenfassend zeigt der Versuch, dass zwischen den getesteten Saatgutbehandlungen deutliche Unterschiede hinsichtlich Pflanzenanzahl, Jugendentwicklung und Biomasse bestehen. Unter den gegebenen Standort- und Witterungsbedingungen erwies sich insbesondere die Zinkdüngersuspension Promos Z als leistungsstärkste Variante, während reine repellente Beizmittel keinen klaren Vorteil bei den Pflanzenzahlen erkennen ließen.
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