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Rubrik Mein Betrieb

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Biokraftstoffe stabilisieren Agrarmärkte

Biokraftstoffe beanspruchen weltweit nur einen kleinen Teil der Ackerfläche. Nach Ansicht der UFOP stabilisiert der Rohstoffanbau für Energie sogar Märkte und puffert das globale Nahrungsmittelangebot.

Die Biokraftstofferzeugung findet vor allem in Regionen mit strukturellen Rohstoffüberschüssen statt. Quelle: Archiv

Alexander Böck-Funk 1 Min. Lesezeit

Im Jahr 2024 bewirtschaftete die Landwirtschaft weltweit rund 1,2 Mrd. ha. Auf diesen Flächen wuchsen Getreide, Ölsaaten, Eiweiß-, Zucker- und Faserpflanzen sowie Obst, Gemüse und Nüsse. Der überwiegende Teil dieser Produktion dient direkt oder indirekt der menschlichen Ernährung. Lediglich rund 7 % der globalen Anbaufläche entfielen auf Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion. Darauf weist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) hin.

Nutzung von Überschüssen stabilisiert Märkte

Die Biokraftstofferzeugung findet vor allem in Regionen mit strukturellen Rohstoffüberschüssen statt. Dazu zählen Zucker, Mais, Palmöl und Sojaöl. Ohne diesen Verwertungsweg müssten große Mengen zusätzlich auf den Weltmarkt gelangen. Das würde die Erzeugerpreise unter Druck setzen. Die Verarbeitung zu Biokraftstoffen reduziert Überschüsse und schafft zusätzliche Wertschöpfung. Gleichzeitig senkt sie in vielen Ländern den Importbedarf an Rohöl oder fossilen Kraftstoffen, wie Recherchen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) zeigen.

Vorallem bei Soja und Mais landen große Mengen in der Bioenergieerzeugung.
Quelle: UFOP

Nebenprodukte sichern Eiweißversorgung

Ein zentraler Effekt der Biokraftstoffproduktion ist die gekoppelte Erzeugung von Eiweißfuttermitteln und Glycerin für die chemische Industrie. Diese Nebenprodukte beeinflussen Angebot, Nachfrage und Preise auf den Agrarmärkten – besonders bei Soja. Biokraftstoffe treiben nach Einschätzung der UFOP die Rohstoffpreise nicht. Im Gegenteil: Rohstoffe lassen sich bei Bedarf jederzeit wieder in die Nahrungsmittelversorgung umlenken. Zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine ersetzte Rapsöl beispielsweise kurzfristig importiertes Sonnenblumenöl.

Gefahr durch politisch erzwungene Extensivierung

Kritisch sieht die UFOP eine politisch motivierte Extensivierung des Ackerbaus. Strategien zur Reduktion von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln im Rahmen des European Green Deal könnten diese Pufferfunktion schwächen. Fällt der Biokraftstoffsektor als Ausgleichsoption weg, müsste die Landwirtschaft die Anbauflächen ausweiten, um den Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken. Die UFOP fordert daher eine ganzheitliche Bewertung von Warenketten im Rahmen der europäischen und nationalen Bioökonomiestrategien – von der Pflanzenzüchtung bis zum Anbau.

Kontakt zum Autor

Alexander Böck-Funk

LANDWIRT Redaktion

Ist aufgewachsen auf dem elterlichen Betrieb im oberösterreichischen Wallern und wurde immer schon als Nachfolger gehandelt. Dementsprechend verfolgt ihn die Landwirtschaft seit jeher auf Schritt und Tritt. Er studierte Agrar- und Nutzpflanzenwissenschaften an der Universität für Bodenkultur. Während dieser Zeit übernahm er den Betrieb in Wallern und führt diesen vieh- und pfluglos im Nebenerwerb. Seit 2015 schreibt er im LANDWIRT für die Bereiche Ackerbau und Energie.

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