Unter dem Motto „Closing the gap & Keeping on track“ findet von 21. bis 23. Jänner die 8. Mitteleuropäische Biomassekonferenz in Graz statt. Mit rund 1.500 Tagesteilnahmen aus 40 Nationen ist sie das bedeutendste europäische Bioenergie-Event und bringt Politik, Forschung und Praxis zusammen, um den aktuellen Wissensstand zu Bioenergie zu bündeln und Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.
Bundesminister Norbert Totschnig betont, dass Biomasse ein unverzichtbarer Bestandteil der Energiezukunft ist: Sie stärkt Klimaschutz, Versorgungssicherheit und heimische Wertschöpfung, fördert grünes Wachstum, schafft regionale Arbeitsplätze und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Aktive Waldbewirtschaftung, der Ausbau der Bioenergie und der Abbau von Bürokratie seien dafür zentrale Voraussetzungen.
Erneuerbare Gase-Gesetz in Begutachtung
Auch für die Industrie ist Bioenergie von besonderer Bedeutung. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verweist auf die Rolle von Biogas und Biomethan dort, wo Elektrifizierung an Grenzen stößt. Das Erneuerbare Gase-Gesetz wird zeitnah in Begutachtung geschickt, zudem wurden bereits 20 Mio. Euro für Biomethanprojekte bereitgestellt. Mit der kommenden EAG-Novelle sollen Fördermittel effizienter eingesetzt und der Wirtschaftsstandort Österreich gestärkt werden.
In der Steiermark ist Biomasse der wichtigste erneuerbare Energieträger und macht rund 65 % der erneuerbaren Energie aus. Agrar- und Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer sieht großes Wachstumspotenzial durch nachhaltige Waldbewirtschaftung und den steigenden Anfall von Energieholz. Ab 1. Februar wird der Tausch alter Heizsysteme gegen moderne erneuerbare Anlagen erneut gefördert – gemeinsam mit Bundesmitteln als umfassendes Angebot für den Heizungstausch.
Bioenergie: Große Fortschritte in der Forschung gemacht
Laut Internationaler Energieagentur soll Bioenergie bis 2050 weltweit rund ein Fünftel des Energiebedarfs decken. Dafür sind weiteres Wachstum, die breite Umsetzung marktreifer Technologien sowie gezielte Forschung notwendig. Die Biomassekonferenz dient als zentrale Plattform für den Austausch von Forschungsergebnissen und Praxiserfahrungen, so Dina Bacovsky vom COMET-Zentrum BEST.
Die Steiermark gilt mit ihrer starken Holz- und Bioenergiebranche als internationale Leitregion der Bioökonomie und sichert mehr als 70.000 Arbeitsplätze. Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger sieht dennoch weiteren Bedarf an Bewusstseinsarbeit und passenden politischen Rahmenbedingungen, damit die Energiewende gelingt. Eine nachhaltige Forstwirtschaft stehe nicht im Widerspruch zu dieser Wende, betont Steinegger.
Der Österreichische Biomasse-Verband präsentiert im Rahmen der Konferenz eine neue Biomassestrategie mit dem Titel „Regrowth“. Das Konzept zeigt Wege auf, wie Österreich seine Energie- und Klimaziele mit leistbaren Energiepreisen, hoher Versorgungssicherheit und ohne Verzicht erreichen kann. „Frei nach dem Motto: Was nachwächst, macht uns unabhängig“, erklärt Christian Metschina, Vizepräsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes.
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