Mein BetriebBrandrisiko auf landwirtschaftlichen Betrieben senken

Brandrisiko auf landwirtschaftlichen Betrieben senken

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Die Herausforderungen für die Feuerwehren verlagern sich in andere Bereiche: Maschinen, Photovoltaikanlagen und Akkus.
Quelle: WhiteFieldPhoto/shutterstock.com

Photovoltaikanlagen, Akkus und Hochvolt-Systeme halten zunehmend Einzug in landwirtschaftliche Betriebe. Sie steigern zwar die Produktivität, bringen aber auch neue Risiken mit sich. Ein prägnantes Bild für die Entwicklung liefert NV-Generaldirektor Stefan Jauk: „War es früher der klassische Heustockbrand, der zur Katastrophe geführt hat, ist es heute der Brand, den ein Heuballen-Kran auslöst.“

Die Zahlen zeigen die Dimension: Obwohl die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit 2005 um rund ein Viertel gesunken ist, passiert noch immer jeder dritte Brand in der Landwirtschaft. Das geht aus Daten der Landesstelle für Brandverhütung Niederösterreich hervor. Auch die Schadenssummen steigen deutlich. Allein zwischen 2019 und 2024 entstanden Schäden von 188 Millionen Euro – eine Größenordnung, die mittlerweile mit jener von Gewerbebetrieben vergleichbar ist.

Partnerschaft für mehr Sicherheit

Mit der Kampagne „Es tarat brenna“ setzt die NV deshalb auf eine breite Kooperation. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich ermöglicht den Zugang zu mehr als 70.000 Bäuerinnen und Bauern im Bundesland. Der Landesfeuerwehrverband Niederösterreich bringt mit rund 1.700 Freiwilligen Feuerwehren seine Erfahrung und Expertise ein. Fünf Schwerpunktthemen werden über das Jahr hinweg im Zwei-Monats-Rhythmus kommuniziert. Den Auftakt machen im April und Mai „Strom & Spannung“.

(v.l.): NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, NV-Generaldirektor Stefan Jauk und Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager
Quelle: Imre Antal

Für den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Johannes Schmuckenschlager, kommt die Initiative genau zum richtigen Zeitpunkt. „Jeder Brand zerstört in einer Stunde, was oft über Generationen aufgebaut wurde. Neben dem Verlust von Gebäuden und Inventar sind es vor allem lange Betriebsunterbrechungen, die bäuerliche Existenzen gefährden“, sagt er. Statt zusätzlicher behördlicher Auflagen brauche es vor allem praxisnahe Empfehlungen für den Betriebsalltag. „Oft reichen kleine Vorkehrungen, um große Katastrophen zu verhindern.“

Feuerwehren stehen vor neuen Herausforderungen

Auch für die Feuerwehren verändert sich die Lage. Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner weist darauf hin, dass moderne Batterie- und Hochvoltsysteme anders reagieren als klassische Brandquellen. „Diese Systeme brennen nicht unbedingt öfter, aber sie brennen anders.“ Das bedeutet neue Herausforderungen für die Brandbekämpfung: Feuerwehren müssen mit giftigen Gasen, speziellen Löschmethoden und möglichen Wiederentzündungen umgehen – teilweise noch Stunden oder Tage nach dem eigentlichen Brand.

In Niederösterreich kommt es jährlich zu rund 800 Bränden auf Bauernhöfen – mit Schäden, die sogar höher sind als bei Hagel.
Quelle: NV

Einfache Maßnahmen können viel verhindern

Fahrafellner richtet deshalb einen klaren Appell an die Landwirte:

  • Photovoltaikanlagen immer von Fachbetrieben planen und installieren lassen
  • Anlagen und Systeme regelmäßig warten
  • Akkus nicht auf brennbaren Unterlagen laden
  • Batterien mit Abstand zu brennbaren Materialien lagern
  • Akkus vor Sonne und Frost schützen

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