In Österreich werden auf rund 19.000 Hektar jährlich rund 670.000 Tonnen Gemüse produziert, ein Viertel davon in Bio-Qualität. 2025 meldeten viele Betriebe spürbar bessere Erträge, trotz einzelner Extremwetterereignisse.
Wasser als zentrale Zukunftsfrage
Ein Schwerpunkt der Tagung war die Wasserversorgung. Feldgemüse und Obst seien ohne Bewässerung nicht zukunftsfähig, betonten die Verbände.
„Wasser ist für den Gemüsebau keine Option, sondern Voraussetzung“, erklärten LK-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager und Verbandsobmann Karl Auer. Investitionen in Bewässerungsinfrastruktur seien essenziell für Ertragssicherheit und Produktqualität.
Pflanzenschutzmittel: Fehlende Alternativen
Sorgen bereitet der Branche der Verlust wichtiger Pflanzenschutzwirkstoffe. EU-weite Zulassungsverluste und nationale Einschränkungen erschweren die Bekämpfung invasiver Schädlinge.
„Unsere Betriebe brauchen eine verlässliche und praxisgerechte Zulassungspolitik“, so Schmuckenschlager. Ohne geeignete Alternativen sei die Produktion langfristig gefährdet.
Hohe Lohnnebenkosten mindern Wettbewerbsfähigkeit
Arbeitskräfte und Kosten bleiben ein zentraler Belastungsfaktor. Während die Bruttolöhne im Vergleich zu Deutschland ähnlich sind, führen dort Modelle für kurzfristige Beschäftigung zu deutlich geringeren Arbeitgeberkosten. Ab 2026 wird die zulässige Beschäftigungsdauer von 70 auf 90 Tage ausgeweitet.
„Unsere Betriebe stehen in direktem Wettbewerb mit Ländern mit günstigeren Systemen. Wir brauchen dringend Entlastungen“, betonte Auer.
Einblick bei WALDLAND
Gastgeber WALDLAND präsentierte seine Arbeit als innovativer Leitbetrieb. Geschäftsführer Franz Tiefenbacher unterstrich die Bedeutung funktionierender Pflanzenschutzstrategien und nachhaltiger Produktion:
„Wir stehen vor denselben Herausforderungen wie die Gemüsebaubetriebe. Gleichzeitig leisten wir mit mehr als 50 Blühkulturen einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und regionalen Versorgung.“

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