Bei der neuen Serie Axion 9 setzt Claas seine bereits eingeführte, neue Nummerierungslogik (siehe Axos 3) und Designlinie (siehe Xerion 12) fort. Der Axion 9 löst den Axion 900 ab und stellt bei Claas die größte Baureihe an Standardtraktoren dar. Einige Baugruppen haben die Konstrukteure übernommen, dennoch gibt es zahlreiche Detailverbesserungen – also „am laufenden Band“.
Die Serie besteht aus sieben Modellen. Davon kommen fünf als Radmaschine und zwei in der Version „Terra Trac“ auf den Markt: der Axion 9.360 und das Topmodell Axion 9.450. Mit Letzterem konnten wir bereits einige Runden auf dem Feld drehen.
Claas setzt weiterhin auf den FPT-Motor Cursor 9 mit 8,7 Liter Hubraum. Die maximale Motorleistung der neuen Axions reicht von 326 bis 448 PS (240 bis 330 kW). Der größte Axion kommt auf ein maximales Drehmoment von 1.850 Nm. Der Treibstofftank fasst wie im Vorgänger 860 l. Vergrößert hat Claas jedoch die Serviceintervalle von bisher 600 auf nun 750 Stunden.

Intelligenter Antrieb
Für Vortrieb sorgt weiterhin das stufenlose Cmatic-Getriebe. Neu entwickelt hat Claas hier ein adaptives Antriebsstrangmanagement und dafür eine Silbermedaille beim Innovation Award der diesjährigen Agritechnica erhalten. Konkret optimiert das System permanent Motordrehzahl und Übersetzungsverhältnis auf Basis selbstlernender Algorithmen und Wirkungsgrad-Kennfelder für Motor, stufenloses Getriebe, Hydraulik und Nebenaggregate. An der Vorderachse sind das Kegelradgetriebe, die Übersetzung und eine automatische Schmieranlage neu. Den Radstand des Axion 9.450 gibt Claas mit 2,95 m an, das Leergewicht mit 17 bis 18 t.

Laufwerke überarbeitet
Die Terra-Trac-Fahrwerke mit den gefederten Rollen hat Claas in vielen Details zugunsten einer längeren Lebensdauer der Räder und Bänder optimiert. Die Mittelrollen sind nun geflanscht und somit schneller demontierbar. An den Mittelrollen und den vorderen Laufrollen wurden die Ölfüllmengen erhöht. Die Kontrolle von Ölqualität und Ölstand ist nun dank transparenter Kappen einfach möglich. Ein kompletter Ölwechsel soll jetzt nur mehr einen Bruchteil von der bisher nötigen Zeit dauern. Auch für die Öle des Fahrwerks gilt nun der längere Wechselintervall von 750 Stunden. Die Bandspanner sind nur mehr einseitig und daher besser zugänglich. Die Hydraulikzylinder des Fahrwerks hat Claas hinsichtlich Dichtheit optimiert. Neue HD-Messingbuchsen sollen eine höhere Lebensdauer aufweisen. Und schließlich sind die Gummibeläge an den großen Laufrollen neu entwickelt für ein verbessertes Reibverhalten sowie für einen schnelleren Austausch. Die Höchstgeschwindigkeit der Axions in der Terra-Trac-Version bleibt weiterhin bei 40 km/h.

Doppelte Hydraulik
Beim Hydrauliksystem hat der neue Axion aufgerüstet. Serie ist eine Pumpe mit 220 l/min. Optional ist eine zweite Pumpe erhältlich, zusammen sind dann 370 l/min möglich. Zwei der Hecksteuergeräte sind bei der Ausstattung mit zwei Pumpen auf einen maximalen Durchfluss von je 170 l/min ausgelegt.
Die Hubkräfte der Hubwerke gibt Claas hinten mit 11 t und vorne mit 6,5 t an. Ein hydraulischer Oberlenkerassistent unterstützt beim Geräteanbau. Auch die Heckkotflügel und die Rückleuchten kommen in einem neuen Design daher.

Größere Kabine
Komplett neu gestaltet hat Claas die Kabine der neuen Axion-Generation. Der Zugang zur Kabine ist dank optimierter, beleuchteter Trittstufen und einem breiteren Einstieg erleichtert. Das gesamte Volumen der Kabine ist um 17 % größer als beim Vorgänger. Dafür ist sie in Breite, Länge und Höhe gewachsen. Das ergibt auch mehr Platz für die Füße, die man zudem auf Fußrasten ablegen kann. Die Glasfläche ist um 10 % größer und macht nun 6,7 m² aus.
Es gibt außerdem mehr Stauraum in der Kabine. Sie soll zudem mit 66 dB leiser sein. Eine neue Kabinenfederung erhöht den Komfort. Der Sitz spielt auf Wunsch alle Stücke: 40 Grad schwenkbar nach rechts, 10 Grad nach links, Heizung, Lüftung, seitliche Federung, Massage, Leder oder Stoff. Das DAB+ Radio versorgt das Soundsystem mit vier Lautsprechern und einem Subwoofer. Eine Druckluftpistole und eine Kühlbox ergänzen den Komfort. Die verbesserte Klimaanlage soll einen höheren Luftdurchsatz und Kühlleistung aufweisen.
Bei der Bedienung setzt Claas auf ein neues Design und Farbschema. Die neue Armlehne kommt mit einem ebenfalls neuen Electropilot-Joystick und Navigationstasten. Ein neues, digitales „Armaturenbrett“ an der rechten A-Säule ergänzt die optional zwei 12 Zoll großen Terminals der Cebis-Bedienung. Darin lassen sich außerdem die Darstellung von mehreren Kameras anzeigen. Ein neues 360°-Arbeitsscheinwerferkonzept kommt auf bis zu 22 LED-Strahler mit insgesamt 56.000 Lumen.


Kommentare