RindCopa und Cogeca besorgt über EU-Australien-Freihandel

Copa und Cogeca besorgt über EU-Australien-Freihandel

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Copa und Cogeca haben in einer Aussendung ernsthafte Bedenken hinsichtlich der erneuten Bemühungen geäußert, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien abzuschließen.
Quelle: Niklas Schorrer/shutterstock.com

Copa und Cogeca haben in einer Aussendung ernsthafte Bedenken hinsichtlich der erneuten Bemühungen geäußert, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien abzuschließen. Das Abkommen berge die Gefahr, europäische Landwirte und Agrargenossenschaften in besonders sensiblen Sektoren unverhältnismäßig stark zu belasten.

Sorge um sensible Agrarsektoren

„Wichtige Agrarsektoren wie Rindfleisch, Schaffleisch, Zucker und Reis stehen bereits unter enormem Druck“, betonte Copa-Präsident Massimiliano Giansanti. Jahrelang steigende Produktionskosten, geopolitische Unsicherheiten, interne politische Anpassungen sowie die kumulativen Auswirkungen aufeinanderfolgender Handelsabkommen – zuletzt mit den Mercosur-Staaten – hätten die Widerstandsfähigkeit dieser Bereiche erheblich geschwächt.

Jede weitere Öffnung des EU-Marktes, selbst im Rahmen von Zollkontingenten, würde die Lage zusätzlich verschärfen – mit nachhaltigen Folgen für Produktion, Preise und die wirtschaftliche Tragfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe in ganz Europa, so Giansanti.

Selbst geringfügige Ausweitungen des Marktzugangs könnten die EU-Märkte angesichts der bestehenden strukturellen Anfälligkeiten deutlich destabilisieren. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die EU mit rund 450 Millionen Konsumenten einen wesentlich größeren Markt darstellt als Australien mit etwa 28 Millionen Einwohnern. Dieses strukturelle Ungleichgewicht würde australischen Exporten überproportional zugutekommen, während EU-Landwirte einem verschärften Wettbewerb in ohnehin fragilen Märkten ausgesetzt wären.

Kritik an Rolle der Landwirtschaft in Handelsabkommen

Cogeca-Präsident Lennart Nilsson unterstrich, es entstehe zunehmend der Eindruck, dass die Landwirtschaft erneut als „Anpassungsvariable“ für den Abschluss von Handelsabkommen herangezogen werde. Von EU-Landwirten und -Genossenschaften werde erwartet, Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit, Klimaziele und die Vitalität des ländlichen Raums sicherzustellen – und zugleich die kumulativen Auswirkungen handelspolitischer Zugeständnisse zu tragen.

Dieser Ansatz sei weder kohärent noch nachhaltig. Copa und Cogeca fordern die Europäische Kommission daher auf, die Sensibilitäten der betroffenen Sektoren umfassend anzuerkennen und sicherzustellen, dass ein mögliches EU-Australien-Abkommen zu einem ausgewogenen Ergebnis für die Landwirtschaft führt. Ohne klare Berücksichtigung der bestehenden Belastungen und ohne Zurückhaltung bei der Marktöffnung für sensible Produkte bestehe die Gefahr, dass Produktion, Investitionen und die Zukunft der europäischen Landwirtschaft nachhaltig beeinträchtigt werden. AIZ

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