Das Torfschaf gilt als Vorfahre der alten Schafrassen des Alpenraumes. Daraus haben sich die Steinschafe entwickelt, wozu auch das ursprüngliche Bündner Oberländer Schaf zählte, das in verschiedenen Schlägen im Schweizer Kanton Graubünden vorkam. „Als sich im Jahre 1984 ProSpecieRara (PSR) der Erhaltungszucht des Bündner Oberländer Schafes (BOS) annahm, war die Rasse eigentlich schon ausgestorben“, erzählt Oliver Bettin.
Er hält in Triesen im Fürstentum Liechtenstein Bündner Oberländer Schafe und setzt sich für die Erhaltung der Rasse ein. Hans Peter Grünenfelder, Gründer der PSR, und seine Mitarbeiter begannen die Zucht mit Kreuzungstieren, die ursprüngliche Merkmale der Bündner Oberländer Schafe aufwiesen. Sie hatten die Tiere in verschiedenen Tälern im Kanton Graubünden ausfindig gemacht: Tavetscher Schafe im Nalps Tal, Medelser Schafe im Medelser Tal, Somvixer Schafe im Somvixer Tal und Vriner Schafe im Lugnezer Tal.
Seit 1996 züchtet der Verein zur Erhaltung des Bündner Oberländer Schafes (VEB) die Tiere in Reinzucht auf die ursprünglichen Eigenschaften der in diesen Tälern heimischen Schläge. Mehr zur Förderung Schweizer Rassen
Ein Schaf mit vielfältigen Merkmalen
Der VEB beschreibt das Schaf als mittelgroß, feingliedrig, geländegängig und robust sowie als „problemloses Schaf, das viel Freude bereitet“. Auffallend ist der feine, edle Kopf, die geschwungenen Hörner, der feingliedrige Körperbau und die langen Schwänze. Auen werden 65–70 cm groß und 40–60 kg schwer, Widder erreichen eine Größe von 70–75 cm und ein Gewicht von 60–85 kg.
In Bettins Herde befinden sich nur schwarze und gämsfarbige Schafe, aber es gibt auch weiße, graue, braune und gescheckte. Die Form der Hörner ist ebenfalls vielfältig: Bei den weiblichen Schafen sind die Hörner oft ähnlich wie bei Ziegen sichelförmig, bei den männlichen sind die Hörner schneckenförmig. Es gibt auch Tiere ohne Hörner.
Der Verein fördert diese Vielfalt, denn so könne jeder auf die Eigenschaften züchten, die ihm an der Schafrasse besonders gefallen. Einmal im Jahr treffen sich die Züchter zur Bockschau, die immer an einem anderen Ort in der Schweiz stattfindet. „Es ist keine Schönheitsschau“, betont Bettin, der dort selbst als Experte waltet.
Typ, Format, Fundament und Wolle müssen den Zuchtkriterien entsprechen. Ausschlussgründe sind zum Beispiel zu eng anliegende Hörner, schlechte Bein- oder Zahnstellung, schlechte Klauen oder Inzucht. Die Tiere müssen für die harten Ansprüche im Berggebiet gewappnet sein, auch wenn sie heute oft im weniger anspruchsvollen Unterland gehalten werden.
Auch vom Charakter her sind die Tiere urtümlich, nämlich eher scheu und wild, doch können sie auch zutraulich werden. Mehr zur richtigen Schafrasse für den Betrieb
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