DirektvermarktungDas gute Gewissen kauft mit

Das gute Gewissen kauft mit

Tausende Fische verhungern jedes Jahr, weil sie Mikroplastik fressen. In Franken sind kürzlich drei Jungstörche im Nest ertrunken, weil die Altstörche es aus Plastikmüll gebaut hatten. Indische Tierärzte holten im März 71 kg Plastik aus dem Magen einer ihrer „heiligen“ Kühe. Viele Kunden schrecken solche Geschichten ab. Das hat die Industrie erkannt – und rüstet beim Plastikmüll ab. Die Kärntnermilch zum Beispiel verzichtet auf Zusatzfolien und Stülpdeckel. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut für den eigenen Ruf.

Das funktioniert auch im Kleinen. In vielen Hofläden hat die Papiertüte den Plastikbeutel längst abgelöst. Banderolen aus Papier anstelle Hochglanzfolien fixieren Äpfel, Birnen und Tomaten in ihren Papp-Schälchen. Zwiebeln und Kartoffeln kommen im Papiersackerl daher. Die Kunden wissen das zu schätzen. Schließlich dient Altpapier als Rohstoff für neues Papier. Auch wenn hier kein unendlicher Kreislauf funktioniert, ist Papier allemal besser als Plastik. Denn einmal auf dem Müll gelandet, beginnt Papier bereits nach sechs Wochen zu verrotten. Zur Erinnerung: eine Plastiktüte, die im Meer umhertreibt, zersetzt sich erst nach zehn bis 20 Jahren. Kein Wunder, dass Öko-Verpackungen bei Direktvermarktern und Kunden punkten. Das gute Gewissen kauft schließlich mit.

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