Eine Herde von Romanow-Schafen bietet einen wahrhaft schönen Anblick: große, grauschwarze Schafe, manche mit rostbraunen Farbnuancen, kurzen, dicht behaarten Schwänzen, kantigen Köpfen und oft mit einer auffälligen weißen Kopfzeichnung. Das Romanow-Schaf stammt ursprünglich aus der Umgebung der Stadt Romanova (dem heutigen Jaroslawl) im Wolga-Tal nahe Moskau, wo es gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus bodenständigen Rassen gezüchtet wurde. Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Rasse 1802.
Weiße Flecken unterhalb der Knie sowie an Schwanz und Kopf können vorkommen. Weiße Abzeichen am restlichen Körper sind nicht zulässig. Die blaugraue bis weiße Mischwolle darf nicht an Stirn, Schwanz oder Beinen vorkommen.
Die Rasse ist frühreif und erreicht ihren ersten Geschlechtszyklus mit acht Monaten. Die Schafe sind sehr fürsorgliche Mütter, vertragen hohe und niedrige Temperaturen sehr gut und sind äußerst widerstandsfähig gegen Krankheiten. Die Lämmer haben bei der Geburt schwarzes Fell und bekommen nach drei Monaten die hellere Wolle. Sie beginnen bereits nach sieben Tagen zu fressen, was ein großer Vorteil gegenüber anderen Rassen ist.
Fruchtbarkeit und Aufzuchtleistung
Beide Geschlechter sind hornlos. Die Beine sind schwarz behaart, weiße Flecken unterhalb der Knie sowie an Schwanz und Kopf können vorkommen. Die Rasse zeichnet sich durch eine sehr hohe Fruchtbarkeit aus: Bis zu sechs Lämmer pro Lammung und zwei Lammungen jährlich sind möglich. Im Normalfall kann ein Schaf vier Lämmer pro Ablammung selbst säugen. Weitere Lämmer müssen zugefüttert werden. Männliche Lämmer können innerhalb von 100 Tagen ein Lebendgewicht von 35–45 kg erreichen, weibliche Lämmer 28–35 kg. Schafe wiegen durchschnittlich 75 kg, Böcke 110–130 kg. Der Fleischanteil beträgt aufgrund der feinen Knochen 55 %. Das Fleisch ist rötlich, saftig und schmeckt leicht nach Wild, ohne den dominanten Geruch und Geschmack anderer Rassen.
Romanow-Zucht in Serbien
Nebojša Eraković ist einer der Begründer der Romanow-Zucht in Serbien. Er ist Besitzer eines Bauernhofs in Bresnica bei Koceljeva in Zentralserbien und Präsident des Verbandes der Romanow-Schafzüchter in Serbien. Seit 22 Jahren lebt und arbeitet er in Österreich, findet jedoch trotzdem die Zeit, einen der größten Schafzuchtbetriebe Serbiens zu leiten.
Dank der Unterstützung seiner Eltern, Zagorka und Dragan, und eines festangestellten Mitarbeiters züchtet Nebojša Eraković hochbewertete Elite- und Rekordtiere. Derzeit befinden sich etwa 600 Tiere auf dem Hof. Die Tiere sind in drei großen Ställen untergebracht und mindestens zwei Jahre im Voraus für den Verkauf reserviert.
Der Hof verkauft erfolgreich lebende Tiere in alle Teile Serbiens und exportiert in die umliegenden Balkanländer. Das Hauptzuchtziel des Betriebes Eraković ist die Weiterentwicklung und Verbesserung von Zuchtmerkmalen durch strengste Selektion der Lämmer hinsichtlich Wachstum, Kondition, Fruchtbarkeit und Exterieur. Infos finden Sie unter www.farmaromanov.com.
Was dieser Artikel noch bereit hält:
- Herkunft und Erscheinungsbild der Romanow-Schafe
- Fruchtbarkeit und Aufzuchtleistung in der Schafhaltung
- Romanow-Zucht in Serbien und Betriebsführung
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