Die Gewinner des Regional Star 2026 stehen fest. Der renommierte Preis zeichnet Projekte und Konzepte für mehr Regionalität im Lebensmittelhandel aus. Die Bedeutung von Produkten aus der Nähe zeigt eine aktuell Yougov-Studie. Derzufolge bevorzugen 68 Prozent aller Haushalte in Deutschland 2025 beim Einkauf regionale Produkte; jeder zweite ist bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen.
Für den Regional-Star 2026 konnten sich Unternehmen in vier Kategorien bewerben, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken: Produktinnovation, Verarbeitung, Marketing und Handelskooperation. Aus zahlreichen Einreichungen wählte eine 13-köpfige Jury – unter anderem mit Vertretern von Edeka, Tegut, Rewe, Kaufland, dem BVLH, dem Thünen-Institut, der Landwirtschaftskammer NRW und der Grünen Woche – die Top 3 je Kategorie sowie einen Sonderpreisträger. Am Vormittag der Veranstaltung stellten sich alle 13 Nominierten noch einmal persönlichen Nachfragen der Jury, bevor die Jury am Abend die Gewinnerinnen und Gewinner kürte.
Das sind die Gewinner des Regional Star in der Kategorie Produktinnovation
1. Platz: Frankenförder Forschungsgesellschaft mbH – „Bratwurst mit Mäährwert“
Brandenburger Weideschafe pflegen Deiche und fördern die Biodiversität, doch Fleisch älterer Tiere findet kaum Abnehmer. Mit einer Bio-Bratwurst, bei der Ingwersaft, Gewürze und ein Gemüseanteil von 20 Prozent das typische Schafaroma mildern, hat das Projekt Reffischaf dafür eine marktfähige Antwort entwickelt.
2. Platz: Emils Biomanufaktur – „Emils Bioland Smoothies“
Ohne Importfrüchte wie Bananen oder Mango, dafür mit Erdbeeren, Brombeeren und Äpfeln aus einem Umkreis von 100 Kilometern rund um Freiburg regionalisiert Emils Biomanufaktur das Smoothie-Konzept konsequent zu Ende.
3. Platz: Bürger GmbH & Co. KG – „Protein-Maultaschen mit Schwarzwaldmilch-Quark“
Der schwäbische Klassiker trifft auf den stärksten Ernährungstrend des Jahres 2025: Gemeinsam mit Schwarzwaldmilch – der Kontakt entstand über die Fördergemeinschaft für Qualitätsprodukte aus Baden-Württemberg (FBW) – hat Bürger eine Maultasche mit proteinreichem Quark entwickelt. Der zusätzliche Absatz von Schwarzwaldmilch-Produkten sichert zugleich den Auszahlungspreis für Milchviehbetriebe im Schwarzwald und damit den Erhalt der dortigen Kulturlandschaft.
Fleisch vom Limpurger Ochsen: Preis in Kategorie Verarbeitung
1. Platz: Ueltzhöfer Kuechenwerk GmbH & Co. KG – „Ganztiervermarktung des Limpurger Weideochsen“
Der Limpurger Weideochse zählt zu den seltensten Rinderrassen Deutschlands. Mit einer eigenen Manufaktur schließt das Ueltzhöfer Kuechenwerk die regionale Wertschöpfungskette vom Hof bis ins Regal.
2. Platz: Die Meck-Schweizer GmbH – „B2B-Handelsplattform marktregio.de“
In einer der am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands hat die Initiative Meck-Schweizer eine eigene Infrastruktur aufgebaut: eine B2B-Plattform mit 129 Produzenten und 27 Händlern sowie eine eigene, solarbetriebene Elektrofahrzeugflotte.
3. Platz: Jackle & Heidi GmbH – „Eismanufaktur mit eigenem Kräuteranbau“
Bestes Eis ohne Zusatzstoffe, mit selbst hergestellten Zutaten und Rohstoffen aus der Region – von der Milch aus Bollewick über Bio-Eier aus Sponholz bis zum Zucker aus Anklam. Für eine kindgerechte Cola-Eis-Sorte baut das Unternehmen inzwischen sogar eigenes Cola-Kraut (Eberraute) an.
Preis in der Kategorie Marketing beim Regional Star 2026
1. Platz: Rewe Markt GmbH – „Dein Rewe Markt Angermünde – hier schmeckst du Heimat“
60 lokale und regionale Lieferanten aus der Uckermark, monatliche Aktionspläne und die Kundenwahl zum „Regiostar des Monats“: Marktmanagerin Doreen Rösler hat ihren Markt zu einem regionalen Netzwerkzentrum ausgebaut.
2. Platz: Technische Hochschule Ingolstadt (THI) in Kooperation mit dem Ferkelerzeugerring Landshut e.V. – „Sauguad – neue Wege in der Schweinehaltung und -vermarktung
Daten statt Bauchgefühl: Das Forschungsprojekt Sauguad zeigt, wie Erzeuger Schweinefleisch in Bayern zukunftsfähig und nachhaltig vermarkten können – von der Geburt bis zur Verarbeitung in zwei benachbarten Landkreisen.
3. Platz: Bäckerei Stefan Dorn – „Niederlausitzer Apfelstollen – Ein Stollen ‚Typisch Brandenburg“
Statt weit gereister Rosinen setzt die Bäckerei aus Wahrenbrück auf Äpfel aus eigener Ernte sowie regionales Getreide und unterstützt mit einer Spende je verkauftem Stollen den Erhalt von Streuobstwiesen.
Kategorie Handelskooperation
In dieser Kategorie nominierte die Jury Edeka Dorfmann (Dorfmanns Hofladen, Nauen), Edeka Südwest (Schwarzwald Bio-Weiderind, Offenburg), Kempermarkt (Sauerländer Weidestolz, Sendenhorst) und Milkau Frischemärkte (Eigenmarke „Tante Milkau“, Geisingen).
1. Platz: Milkau Frischemärkte KG – „Eigenmarke Tante Milkau“
Aus der Suche nach gutem Kaffee für die eigene Bäckerei entstand eine eigene regionale Produktlinie: Mit Erzeugern aus einem Umkreis von 50 Kilometern entwickelten Holger Milkau und sein Team Rezepturen und Verpackungen für Eier, Nudeln, Honig, Apfelsaft, Mehle, Liköre und mehr.
2. Platz: Kempermarkt – „Sauerländer Weidestolz“
Zehn Jahre hat es gedauert: Landwirt Karsten Schäfer und die Kaufmannsfamilien Kemper, Scholz und Nüsken verarbeiten Rindfleisch ganz ohne Zwischenhändler – mit hofeigenem Schlachthaus im Sauerland.
3. Platz: Edeka Dorfmann – „Dorfmanns Hofladen“
Ein Hofladen mit großem Sortiment regionaler Waren als Shop-in-Shop-Konzept direkt im Supermarkt: Mehr als 30 Erzeuger aus der Havelregion liefern ohne Umweg über das Zentrallager in den Zukunftsmarkt in Nauen.
Sonderpreis Konzept Zentralen: Edeka Südwest Stiftung & Co. KG – „Schwarzwald Bio-Weiderind“
Neben dem Preisträger für ein Markt-Konzept zeichnete die Jury in dieser Kategorie erstmals zusätzlich ein Konzept einer Handelszentrale aus: Seit mehr als 25 Jahren besteht die Kooperation zwischen Edeka Südwest und der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind – mit gleichem Mitspracherecht und gleichem Preis für rund 180 Bio-Betriebe im Süd- und Mittleren Schwarzwald.
Über das Schwarzwald Bio-Weiderind berichteten wir zuletzt 2026 im LANDWIRT bio.

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