TierDas sollten Sie über Shamonda-Like wissen

Das sollten Sie über Shamonda-Like wissen

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Der bisher bekannte Übertragungsweg von Shamonda-Like sind Gnitzen.
Quelle: Agrarfoto

1. Was ist Shamonda-Like und welche Tiere sind betroffen?

Eines vorweg: Shamonda-Like ist nicht meldepflichtig. Wer also Proben für einen Nachweis ins Labor schickt, muss keine amtlichen Untersuchungen fürchten, sofern der Befund positiv ausfällt. Die Diagnostik ist selbst zu bezahlen. Bei dem Virus handelt es sich um einen nahen Verwandten des Schmallenberg-Virus. Der Übertragungsweg läuft wie auch bei Blauzunge über Gnitzen, also blutsaugende Insekten. Ob es noch einen weiteren Übertragungsweg gibt, ist im Moment noch nicht geklärt. Im Normalfall befallen Krankheiten, die ausschließlich durch Gnitzen übertragen werden, nie den gesamten Bestand. Bei Shamonda-Like gibt es aktuell auch Erfahrungen, dass die gesamte Herde in Mitleidenschaft gezogen wird.
Empfänglich für das Virus sind
vermutlich alle Haus- und Wildwiederkäuer. Im Rinderbestand zeigen aktuelle Erfahrungen, dass alle Altersgruppen betroffen sind.

2. Wie lange dauert die akute Phase und wie hoch ist die Sterblichkeitsrate?

Erfahrungen aus der Praxis beziffern die akute Phase von wenigen Tagen bis hin zu zwei Wochen, wobei der Großteil der betroffenen Landwirte davon spricht, dass die akute Phase eher
zwei Wochen andauert. Die Sterblichkeitsrate ist gering. Das eigentliche Risiko sind Aborte. Tierärzte befürchten auch Missbildungen der Kälber. Das wahre Ausmaß der Auswirkungen auf die Trächtigkeiten werden wir also erst in einem halben Jahr kennen.

3. Welche Symptome deuten auf eine Shamonda-Like-Infektion?

Die Tiere fressen zunächst weniger, sind aber in Bezug auf die Pansenfülle zu Beginn unauffällig. Sie ziehen den Bauch hoch und verhalten sich ähnlich wie Tiere mit einem Fremdkörper. Anschließend kommt es zu wässrigem Durchfall, einem starken Rückgang der Milchleistung und hohem Fieber von etwa 40 °C. Werden die Symptome mit Fiebersenkern und Entzündungshemmern behandelt, kommen sie häufig nach ein bis zwei Tagen wieder zurück. Erste Erfahrungen aus der Pathologie zeigen Blutungen im Verdauungstrakt auch ohne Vorhandensein eines Magengeschwüres. Bei Kälbern können auch Verdickungen an den Gelenken auftreten. Bei laktierenden Kühen treten auch Euterentzündungen auf.

4. Welche Behandlungsmöglichkeiten habe ich als Landwirt?

Es gibt aktuell keine Medikamente, die das Virus selbst abtöten. Bei totaler Futterverweigerung und hohem Fieber ist auf jeden Fall ein Tierarzt zu Rate zu ziehen. Dieser kann aber nicht viel mehr machen als Fiebersenker und Entzündungshemmer zu geben. Erfahrungen von Tierärzten zeigen, dass diese nur kurz über ein bis zwei Tage wirken, die akute Phase aber darüber hinaus geht und eine einmalige Behandlung in den meisten Fällen nicht genügt. Was hilft ist, den Verdauungstrakt bestmöglich zu unterstützen.
Tiere mit Durchfall sollten Pansenstimulanzien bekommen. Auch Kohlepräparate haben sich als gute Unterstützung für kranke Tiere erwiesen. Im Allgemeinen sollte in der Fütterung jegliches Risiko genommen werden, das Tiere in eine Übersäuerung bringen könnte. Die ernüchternde Antwort ist aber: Eine konkrete Therapie, die zu 100 % anschlägt, gibt es nicht.

5. Mit welchen Folgeproblemen ist in betroffenen Herden zu rechnen?

Das größte Risiko betrifft trächtige Kühe und Kalbinnen. Durch das hohe Fieber steigt das Abortrisiko, vor
allem zwischen der 8. und der
14. Trächtigkeitswoche. Auch von Missbildungen wie verdrehten Kälbern, Gelenkssteifheit und Missbildungen des zentralen Nervensystems bei Ungeborenen müssen wir ausgehen. Ist die Infektionswelle auf Ihrem Betrieb abgeklungen, lautet der
dringende Rat, nach drei bis vier Wochen die Tiere erneut auf Trächtigkeit zu untersuchen und auch zu überprüfen, ob der Fötus überhaupt einen Herzschlag hat.

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