RindDen Betrieb mit Kalbinnen weiterführen

Den Betrieb mit Kalbinnen weiterführen

Holsteinkalb mit Florian Fichtinger
Florian Fichtinger: „Die Aufzucht verzeiht keine Fehler.“
Quelle: Auinger

Florian Fichtinger zeigt auf eine Kuh, die gerade am Fressgitter steht und frisst. „Das ist die Mascol-Tochter TG Luise. Sie erreichte kürzlich die 100.000-Liter-Marke und ist damit die siebte 100.000er, die derzeit im Stall steht.“ Auch Luises Mutter und Großmutter haben diese Lebensleistungsgrenze überschritten. Aus Luises Kuhfamilie stehen aktuell sechs Generationen am Betrieb. Die Langlebigkeit stand für die Züchterfamilie Fichtinger immer an erster Stelle. Die Kuhherde besticht mit einer durchschnittlichen Lebensleistung von über 50.000 Litern. Bald werden die Kühe aber den Stall verlassen. Denn sie ziehen zu anderen Zuchtbetrieben um.

Florian Fichtinger hängt einen Tränkeeimer in einer der elf Kälberboxen seines Kälberstalles auf. Das Holsteinkalb namens Lovestory nimmt den Nuckel schon ins Maul, noch bevor der Eimer richtig hängt, und saugt kräftig. Fichtingers Betrieb liegt im niederösterreichischen Waldviertel. Nur wenige Kilometer nördlich der Donau – mit Blick über das Donautal. Im Juli dieses Jahres übernahm Florian Fichtinger den Betrieb von seinen Eltern.

Hohe Tageszunahmen

Nach seiner Matura teilten sich sein Vater Herbert Fichtinger und er die Arbeit im Kuhstall klar auf. Der Senior kümmerte sich um die 25 Holstein-Milchkühe. Der Jungbauer um die Nachzucht. Mutter Anna Fichtinger arbeitet als Volksschullehrerin. Bei Arbeitsspitzen helfen die Brüder Lukas und Thomas aus. Florian Fichtinger feilte an der Aufzucht und optimierte die Bedingungen der Jungtiere am Hof. „Wir arbeiten mit Ad-Libitum-Tränke und Stroh-TMR. Durch die hohen Tageszunahmen von 1.000 bis 1.150 g in den ersten elf Wochen kommen die Tiere nie in ein Energiedefizit. Dadurch arbeitet der Stoffwechsel später in der Laktation reibungsloser. Es gibt Studien, die besagen, dass jede Erkrankung eines Kalbes eine Laktation kostet“, erklärt er.

„Vor allem die Trockenstehzeit und die Aufzucht verzeihen in der Milchwirtschaft keine Fehler. Daher versuchen wir, den bestmöglichen Komfort, viel Ruhe und eine spezielle Fütterung zu garantieren. So starten die Kälber wirklich gut ins Leben“, meint der 28-jährige Landwirt. Fichtinger erklärt: „Durch die Versorgung der Trockensteher mit Selenhefe ist der Saugreflex der Kälber sehr ausgeprägt.“

Betrieb neu ausrichten

Die letzten zwei Jahre überlegte die Familie, wie sie ihren Betrieb in Zukunft ausrichten möchten. Florian Fichtinger schildert: „Mein Vater ging im Juli in Pension. Somit wäre ich über kurz oder lang alleine mit den Milchkühen.“ Eine Investition in einen größeren Kuhstall kam aufgrund der Arbeitsbelastung für ihn nicht in Frage. Sein Vater hatte die Idee, Jungvieh für andere Betriebe aufzuziehen. Da zwei Rinderzüchter aus der Umgebung Interesse bekundeten, setzt Familie Fichtinger diese Idee nun um.

Was der Artikel noch bereithält:

  • Fütterung
  • Wie die Aufzucht geregelt ist
  • Besamung und Erstkalbealter
  • u.v.m.

Kommentare