BioBio-RindDen Parasitendruck im Blick behalten

Den Parasitendruck im Blick behalten

Erschienen in: LANDWIRT bio 03/2026

Jungrinder auf der Weide
Jungrinder sind besonders gefährdet. Treiben Sie Ihre Tiere rechtzeitig um. Je tiefer beweidet wird, desto mehr Larven werden von den Rindern aufgenommen.
Quelle: Natalie Honetz

Ab Mai sind vor allem Magen-Darm-Würmer und Leberegel für Rinder laut Tierärztin Elisabeth Stöger relevant. Beide Endoparasiten kommen auf der Weide vor. Der Leberegel benötigt als Zwischenwirt die Zwergschlammschnecke, deshalb kommt er nur an feuchten Stellen vor. Diese Stellen sind daher auf der Weide zu vermeiden und die Weidetränke ist so zu gestalten, dass sie nicht überlaufen kann. Wenn möglich Bachläufe und nasse Stellen auszäunen und nicht beweiden, da sie Lebensräume für die Zwergschlammschnecke sind und die Rinder sich dort leicht mit dem Leberegel infizieren.

Kalb mit Mutterkuh zum Schutz vor Parasiten
Mutterkuhkälber müssen in der Regel nicht entwurmt werden, da die Mutterkühe den Großteil der Parasiten wegfressen.
Quelle: Natalie Honetz

Für Lungen- und Magen-Darm-Würmer ist schon die normale Bodenfeuchte zum Entwickeln ausreichend. Die Magen-Darm-Würmer halten sich auf der gesamten Weide auf. „Um den Druck zu reduzieren, sollten Sie Ihre Rinder nicht auf einer Weide, sondern auf mehreren Koppeln weiden lassen. Das Weidemanagement ist der effizienteste Weg, den Druck zu senken“, erklärt Elisabeth Stöger. Kälber von Mutterkühen sind einem wesentlich geringeren Parasitendruck ausgesetzt als andere Rinder. „Mutterkuhkälber müssen in der Regel nicht entwurmt werden, da die Mutterkuh die Larven der Magen-Darm-Würmer wegfrisst und die Kälber dadurch weniger aufnehmen. Nach ein bis zwei Weidesommern sind die Rinder immun“, gibt die Tierärztin an. „Damit die Rinder diese Immunität entwickeln, müssen sie die Larven aufnehmen, sonst kann das Immunsystem nicht auf sie reagieren.“

Den Befall erkennen

Endoparasiten halten sich im Tierinneren auf. Bei manchen sind die Symptome dennoch äußerlich feststellbar. „Bei einem Befall mit Magen-Darm-Würmern gibt es spezifische Symptome. Das Rind ist beispielsweise struppig oder verschmutzt, weil es Durchfall hat, magert ab oder wächst nicht mehr weiter. Manchmal husten die Rinder auch vermehrt“, weiß Elisabeth Stöger. Anders sieht die Sache bei den Leberegeln aus. „Ein Leberegelbefall ist von außen nicht erkennbar und es gibt wenig spezifische Symptome. Diese treten erst auf, wenn die Rinder schon stark befallen sind. Dazu zählen beispielsweise Milchrückgang, Unfruchtbarkeit, Appetitverlust und Mattigkeit.“ Leberegel lassen sich über eine Kotprobe feststellen. „In einigen Regionen haben fast alle Rinder Leberegel. Wenn bei der Fleischbeschau Leberegel festgestellt werden, dann ist die Leber untauglich und nicht mehr für den menschlichen Verzehr bestimmt. Die Rinder zeigen ab etwa 200 Leberegeln erste Symptome, ab 800 bis 1.500 Leberegeln werden die Symptome deutlich. Je älter das Rind ist, desto mehr Leberegel hat es. Gegen Leberegel können Rinder keine Immunität aufbauen“, erklärt die Tierärztin. Eine homöopathische Behandlung, um dem Parasitenbefall vorzubeugen, gibt es laut Stöger nicht.

Was dieser Artikel noch bereithält:

  • Den Befall erkennen
  • Nur betroffene Rinder entwurmen
  • Strategien für weniger Befall
  • Zwei Praxiserfahrungen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00