TierSchafDer Bürgermeister und seine Schäfchen

Der Bürgermeister und seine Schäfchen

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Die Jungschafe werden von einem steirischen Züchter zu Preisen ab 250 Euro je Tier gekauft und in dieser einfachen offenen Wagenhütte aufgezogen.
Quelle: Konrad Liebchen

Die Schafhaltung am Betrieb Grabner vulgo Toner auf 1.120 m Seehöhe begann im Herbst 2015. Damals stellte Peter von Mutterkuhhaltung auf Lämmerproduktion um. Dazu hat er im alten Stall die Fressgitter ausgebaut und einen einfachen Futtertisch aus Holz hineingezimmert.

Schafstall einfach umbauen und Fütterung organisieren

„Die Anfangsinvestitionen waren bis auf die Tiere gering, denn ein Schafstall ist eine einfache Sache. Du brauchst nur ein paar Bretter und Schrauben, und schon ist die Stalleinrichtung rasch selbst gebaut“, berichtet der 42-Jährige. 75 Mutterschafe der Rasse Jura stehen heute in zwei Gruppen im Stall mit Auslauf.

Eine weitere Gruppe mit etwa 20 Jungschafen ist in der nach Süden offenen Wagenhütte untergebracht. Aus einfachen Raufen fressen alle Tiere Heu und Silage. Wer sich grundsätzlich mit Rassenfragen beschäftigt, findet unter Mehr zur passenden Schafrasse für den Betrieb weiterführende Informationen.

Zwar sind dabei die Futterverluste hoch, aber das stört den Bauern nicht. Durch das Heu am Boden muss er kein Stroh teuer zukaufen. „Es landen eh wieder alle Nährstoffe als Mist im Kreislauf auf den eigenen Flächen“, argumentiert er. Solange genug Futter da ist, wäre das kein Problem.

Freude über lange Weideperiode

„Ein großer Vorteil der Schafhaltung auf meinen sonnigen und steilen Bergwiesen ist es, dass ich von Anfang April bis in den November hinein die Schafe auf der Weide lassen kann. Das spart Stallarbeitszeit und Einstreu“, freut sich der überzeugte Biobauer. Wer die Weideführung systematisch planen möchte, kann unter Mehr zum Weideplan durch die Weidezeit nachlesen.

„Trittschäden gibt es bei den Schafen so gut wie keine. Sie halten die Weiden offen. Vor allem Himbeeren, junge Erlen sowie andere Zwergsträucher werden stark zurückgebissen. Diese Fähigkeit sehe ich als großen Vorteil der Beweidung mit Schafen gegenüber Rindern“, verrät Peter.

Eine Person, drei Jobs

Neben seinem Amt als Bürgermeister von Metnitz, einer Marktgemeinde im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten mit 1.850 Einwohnern, betreibt Peter Grabner mit seiner Lebensgefährtin Clarissa auch noch die Firma Lärchenglück GmbH, die selbst gewonnenes Lärchenharz zu Salben und anderen Gesundheitsprodukten verarbeitet und verkauft. Über diese Firma vermietet Peter auch einen großen Allradtraktor für den Winterdienst. Im Sommer setzt er diesen am eigenen Betrieb für Erntearbeiten ein.

Weil der Land- und Forstwirt als Bürgermeister ebenso wie als Firmeninhaber sowieso Sozialversicherung bezahlen muss, hat er seine Landwirtschaft in eine KG umgewandelt. Das hilft ihm, bäuerliche Sozialversicherungsbeiträge einzusparen. Der Betrieb bleibt aber dennoch pauschaliert.

Eine jährlich zu erstellende Bilanz kommt ihm viel günstiger als die Sozialversicherungszahlungen als herkömmlicher Landwirt, erzählt der streng rechnende Unternehmer. Aber zurück zu den Schafen: Acht Koppeln werden den Sommer über beweidet. Alle 14 Tage werden die Schafe umgetrieben, also die Weiden gewechselt.

Ein paar Außengrenzen sind mit Knotengeflecht abgezäunt, zum Großteil kommt aber elektrischer Weidezaun mit zwei bis drei Litzen zum Einsatz. Da viele Straßen in Serpentinen das steile Gelände durchschneiden, ist Peter mit dem Elektrozaun flexibel und kann Zäune sowie Tiere zum Großteil im Vorbeifahren vom Auto aus kontrollieren. Abschließend meint Peter Grabner: „Die Bio-Kreislaufwirtschaft im Berggebiet braucht die extensive Tierhaltung. Solange ich Bauer bin, will ich dieses System am Laufen halten. Dafür ist die Lämmerproduktion mit Juraschafen der ideale Betriebszweig.“

 

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