BioBio-RindDer Klima-Killer ist der Mensch

Der Klima-Killer ist der Mensch

Dr. med. vet. Anita Idel
Dr. med. vet. Anita Idel
Quelle: Katrin Denkewitz

Ist die Kuh ein Klimakiller? Oder anders gefragt: Müssen wir die Rinderhalter für das Klima opfern?

Im Gegenteil. Ich sehe es als zentrale Herausforderung, die Potenziale nachhaltiger Beweidung in Forschung und Praxis zu fördern. Deshalb habe ich bereits 2010 das Buch „Die Kuh ist kein Klima-Killer!“ geschrieben.

Worauf stützt sich Ihre Behauptung?

Auf 150 Jahre menschengemachte Klimakrise durch Millionen Jahre alte fossile Energie. Laut Weltklimarat stammt zusätzliches Methan in der Atmosphäre seit 2008 aus fossilen Quellen – insbesondere durch das Fracking. (Anm. Red.: Aufspaltung von Gesteinsschichten mittels eines Gemischs aus Wasser, Sand und Chemikalien, um darin enthaltenes Erdgas oder -öl zu fördern). Die Landwirtschaft trägt weltweit vor allem durch den Umbruch von Grasland und die Abholzung von Wäldern und des Regenwalds zur Klimakrise bei. Nicht Rinder sind ein Problem, sondern die energieaufwändige industrialisierte Landwirtschaft mit intensivem Kraftfutteranbau in Monokulturen – häufig gedüngt mit chemisch-synthetischem Stickstoffdünger. Der Klima-Killer ist der Mensch. Er macht das Rind zu seinem Nahrungskonkurrenten durch immer mehr Futter vom Acker: Getreide, Mais und Soja statt Gras.

Dr. med. vet. Anita Idel
Die Kuh auf der Weide vermag die Klimabilanz der Landwirtschaft zu
regenerieren.”
Quelle: Katrin Denkewitz

Woher kommt dann die gängige Einschätzung, dass vor allem Rinder das Klima bedrohen?

Das Treibhausgas Methan belastet das Klima 25 Mal mehr als Kohlendioxid. Beim Verdauen rülpsen Rinder Methan. Auf diese Emissionen werden Wiederkäuer in der Forschung seit über 30 Jahren reduziert. Wie so oft liegt der grundsätzliche Fehler darin, nur einen einzelnen Aspekt wahrzunehmen und die Kühe allein danach zu bewerten. So landen sie durch falsch begrenztes Forschungsdesign am Klimapranger.

Was dieses Interview noch bereithält:

  • Was ist unter ‚falsch begrenztem Forschungsdesign‘ zu verstehen
  • Warum der Weltklimarat manches nicht gänzlich berücksichtigt und die Kuh deshalb am Klimapranger landet
  • Wie Kühe den Methanausstoß kompensieren
  • Welche Haltungsformen aus Perspektive des Klimas und Umweltschutzes eine Zukunft haben und wirtschaftlich vertretbar sind
  • Der aktuelle Zustand der Ernährungs- und Agrarsysteme
  • Wie können Landwirte dem Kühe-Klima-Killer Vorwurf standhalten?
  • Welcher Beitrag geleistet werden kann und wie die Landwirtschaft der Klimakrise begegnen kann

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