Im Jahr 2025 zeigten sich die Schweinebestände sowie die Schlachtzahlen in Deutschland weitgehend stabil, allerdings bei rückläufigem Preisniveau. Die Bestände gingen wieder leicht zurück und der Strukturwandel setzte sich weiter fort: weniger Halter, dafür größere Bestände je Betrieb.
Die Inlandsnachfrage stabilisierte sich auf niedrigem Niveau mit einem Pro-Kopf-Verzehr von rund 27,9 kg. Dem Deutschen Bauernverband zufolge war die Schweinemast 2025 erneut nur knapp kostendeckend. Infolgedessen sei die Investitionsbereitschaft in der Branche gering.
In der Schweinemast rechnet Verbandspräsident Joachim Rukwied für 2025/26 mit roten Zahlen. Die aktuell niedrigen Preise führen ihm zufolge nicht nur zu Verlusten bei Mästern, sondern auch bei den Ferkelerzeugern.
Mehr Schweine, weniger Betriebe
Zwar wurden in Deutschland zuletzt wieder etwas mehr Schweine gehalten (+196.300 Tiere oder 0,9 % mehr als im Vorjahr). Allerdings ging die Zahl der Schweinebetriebe innerhalb eines Jahres weiter zurück, und zwar um 430 Betriebe auf 15.220 (-2,7 %). Besonders deutlich wird der Verlust an schweinehaltenden Betrieben beim Zehnjahresvergleich. Seit 2015 haben demnach 10.500 Betriebe oder 40,8 % ihre Ställe geschlossen. Im selben Zeitraum ging der Schweinebestand in Deutschland um 6,2 Mio. Tiere oder 22,3 % zurück. Die Entwicklung hin zu größeren Betrieben setzt sich also fort. Der Statistik zufolge hielt 2015 ein Betrieb durchschnittlich knapp 1.100 Schweine, während es zehn Jahre später mehr als 1.400 Tiere sind.
Zum Schweinebestand stellten die Fachleute fest, dass zum Stichtag hierzulande mit 9,2 Mio. Mastschweinen 626.200 Tiere (-6,4 %) weniger gehalten wurden als ein Jahr zuvor. Im gleichen Zeitraum stieg laut Destatis hingegen die Zahl der Ferkel und der Jungschweine um 809.800 Tiere auf 10,9 Mio. Stück (-8,1 %). Der Bestand an Zuchtsauen lag mit 1,4 Mio. Tieren um 19.300 Stück (+1,4 %) höher als im November 2024.
ISN: Planungsunsicherheit als Ursache
Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) führt den anhaltenden Rückgang der Schweinebestände unter anderem auf Umsetzungsfristen für neue Vorgaben, fehlende Planungssicherheit und mangelnde Zukunftsperspektiven zurück. Als „bemerkenswert“ ordnet die ISN den Anstieg des Sauenbestandes vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Ferkelerzeugung ein. „Doch während der massive Rückgang bei den Schweinebeständen ausgebremst wurde, steigen weiterhin viele Schweinehalter aus der Erzeugung aus“, so die ISN.

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