RindRinderzuchtBraunviehDrei Standbeine für eine Existenz

Drei Standbeine für eine Existenz

Erschienen in: LANDWIRT 12/2025

Player nur mit gültigem Abo verfügbar.

Familie Vitali bewirtschaftet einen Braunviehzuchtberieb im Schweizer Kanton Tessin.
Quelle: Vitali

Das Heu raschelt, wenn sich die 35 Kühe von Matthias und Melanie Vitali am Abend nach dem Melken Bissen um Bissen ihre Bäuche voll schlagen. Es riecht eher nach Kräutertee als nach herkömmlichem Heu. „Dieses Heu ernten wir auf knapp 2.000 Metern Seehöhe. Wir benützen es, um möglichst viel Grundfutter in die Bäuche der Kühe zu bekommen“, erklärt Matthias Vitali, der 38-jährige Betriebsleiter. Viel Grundfutter führt zu einer tiefen Rippe.

Werbung für den Betrieb

Eine tiefe Rippe benötigen die Kühe am Hof der Vitalis, denn Matthias und Melanie gehen mit ihren Tieren auf Rinderschauen. „Wir brauchen die Rinderschauen, um unser Zuchtvieh angemessen vermarkten zu können. Ohne diese Werbung würde vermutlich niemand unseren kleinen Betrieb kennen und ohne die Zuchtviehvermarktung könnte unser Betrieb nur schwer überleben“, erklärt Matthias die Einkommenssituation. Dabei ist es ihnen wichtig, dass ihre Tiere nicht nur auf den bekannteren Schauen wie Europa- und Nationalschauen vertreten sind, sondern auch auf den kleineren Regionalschauen. So kamen im Lauf der Jahre einige Titel
zusammen. Dazu zählt unter anderem der Gesamtsieg auf der Swiss Expo, einer der prestigeträchtigsten Tierschauen in Europa. Panner Fortuna heißt die Kuh, mit der die Vitalis den Titel nach Hause holten. „Wir haben Nachkommen von ihr im Stall, mit denen wir sehr zufrieden sind. Diese lassen sich auch gut verkaufen“, bestätigt der Braunviehzüchter.

Die Käufer weise wählen

Dennoch bekommt nicht jeder Bauer Vitalis Kühe zu kaufen. „Wir verkaufen die guten Kühe nur an Plätze, von denen wir wissen, dass es ihnen dort gut geht“, macht der Schweizer deutlich. Seine Begründung: Wenn das Tier nicht gut gehalten wird, wirkt sich das negativ auf das Aussehen aus. Wenn dieser Landwirt dann mit dem Tier auf eine Ausstellung gehen würde, wirft dies ein schlechtes Licht auf ihn als Züchter. „Man darf bei der Zuchtviehvermarktung nicht kurzfristig handeln und denken: Oh, das ist gutes Geld, das Tier kann weg. Dieser Schuss geht langfristig nach hinten los“, ist sich Vitali sicher. Gerade eben geht er an einer sehr dunklen, fast schwarzen Braunviehkuh vorbei. Braunviehfans würden sie wohl sofort erkennen. Die Rede ist von der Pete-Tochter Nozza. „Sie wurde gerade erst in der zweiten Laktation mit 90 Punkten eingestuft. Das ist die maximale Bewertung für diese Laktation“, erzählt der Braunviehzüchter sichtlich mit Stolz. Vererber wie Pete setzt Vitali nach wie vor ein, auch wenn es sich dabei nicht um die neuesten genomischen Jungvererber handelt.

Das erfahren Sie noch in diesem Beitrag:

  • so wählt Familie Vitali die richtigen Vererber aus
  • wie die Alpe das Einkommen sichert
  • So kam die Familie auf den Betrieb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00