Nachdem die Schweinepreise Anfang Juni 2026 europaweit deutlich nachgegeben haben, ist die wirtschaftliche Lage der heimischen Schweinehalter merklich angespannt. Der österreichische Mastschweine-Basispreis fiel innerhalb weniger Wochen um 14 Cent je Kilo Schlachtgewicht und lag Mitte Juni bei 1,52 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der durchschnittliche Schweinepreis damit um 15 % bzw. im Vergleich zu 2024 sogar um 25 %. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich meint: „Die Schweinehalter können mit diesem Preisniveau nur schwer die laufenden Kosten und schon gar nicht notwendige Mittel für anstehende Investitionen am Betrieb erwirtschaften. Das trifft die Branche in einer Phase, in der viele zahlreiche Schweinehalter vor umfangreichen Investitionen stehen.“
Niedrige Erlöse vs. hoher Investitionsbedarf
Die aktuelle Marktsituation fällt in eine Zeit, in der zahlreiche Schweinehalter vor umfangreichen Investitionen stehen. Neue gesetzliche Vorgaben und höhere Anforderungen an die Tierhaltung machen Stallumbauten und Modernisierungen notwendig. Die Betriebe stehen grundsätzlich hinter höheren Tierwohlstandards in der Schweinehaltung. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die notwendigen Investitionen auch finanziert werden können. „Die Herausforderung liegt derzeit vor allem beim fehlenden wirtschaftlichen Spielraum für Investitionen. Wer in neue Stallungen investieren soll, muss die Möglichkeit haben, Eigenkapital aufzubauen. Das ist beim aktuell niedrigen Schweinepreise nicht möglich“, so Waldenberger.
Deutschland: Preise und Laune im Keller
In Deutschland befürchten die deutschen Fleischvermarkter indes einen Einbruch bei der Versorgung mit heimischem Schweinefleisch. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, ist die „Laune bei den Landwirten aktuell genauso im Keller wie der Preis für ihre Tiere. Schlachter und Fleischverarbeiter erwarten deshalb, dass auf den Höfen jetzt Fakten geschaffen werden und die Schweinemäster angesichts der Verluste von rund 50 Euro pro Tier resigniert die Produktion aufgeben.“
Großhandel und Gastronomie in der Pflicht
Grundsätzlich sollte das grillfreundliche Wetter und Event wie die Fußball-WM eigentlich um diese Zeit die Preise zumindest stützen. Weil Spanien aber aufgrund der Afrikanischen Schweinepest im Land für Drittlandexporte gesperrt ist, flutet Europas größter Erzeuger von Schweinefleisch den Binnenmarkt mit billiger Ware. Keine Schuld am Preisdruck sieht die Lebensmittelzeitung beim deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Dieser setze weiter auf heimische Ware. Vielmehr wären der Großhandel und die Außer-Haus-Verpflegung in der Pflicht, sich für heimisches Fleisch zu entscheiden, statt zu günstiger Importware zu greifen.

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