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Dünger wird noch deutlich teurer

Die EU schützt ihre Düngerhersteller vor billigen Importen. Die Mehrkosten tragen die Bauern – während ihr Getreide weiter mit Ware aus aller Welt konkurriert. Ist das fair?

Alexander Böck-Funk 1 Min. Lesezeit

Bei der Düngerindustrie zählt die Wettbewerbsfähigkeit. Der Bauer darf sie finanzieren. Denn während die Getreidepreise weiterhin bescheiden bleiben, knallen die Kosten für Dünger in die Höhe. Dabei sind die hohen Gaspreise bei Weitem nicht die alleinigen Kostentreiber. Die EU verschärft das Problem noch. So werden alle Düngerimporte mit dem CO²-Grenzausgleich der EU (CBAM) belastet. Das soll europäische Hersteller schützen, die für ihre Emissionen zahlen müssen. Verständlich. Aber wer schützt die Bauern? Die bezahlen die höheren Betriebsmittelkosten, müssen ihren Weizen ja weiterhin im Wettbewerb mit dem Weltmarkt verkaufen. Denn Importgetreide fällt nicht unter CBAM. So wird der Kostennachteil entlang der Produktionskette weitergereicht.

Es wird noch viel teurer

Dabei ist CBAM noch nicht einmal voll wirksam. Bis 2034 wird die Belastung schrittweise ausgeweitet. Die Rede ist von gut 200 Euro je t KAS, die zusätzlich anfallen. Einen entsprechenden Aufschlag auf den Weizenpreis kann der Bauer deshalb aber nicht erwarten. Ihm bleibt nur, die Mehrkosten aus einer ohnehin knappen Marge zu bezahlen. Europa will seine Düngerproduktion erhalten und Abhängigkeiten verhindern. Doch Versorgungssicherheit endet nicht am Werkstor der Düngerfabrik. Wer zwar deren Wettbewerbsfähigkeit schützt, aber gleichzeitig die Kunden schwächt, verschiebt das Problem nur. Am Ende bleibt womöglich der Dünger europäisch. Das Getreide kommt aber von anderswo.

 

Mehr zum aktuellen Düngermarkt lesen Sie im aktuellen Interview mit dem Düngerexperten Andreas Kraus von der RWA.

 

Kontakt zum Autor

Alexander Böck-Funk

LANDWIRT Redaktion

Ist aufgewachsen auf dem elterlichen Betrieb im oberösterreichischen Wallern und wurde immer schon als Nachfolger gehandelt. Dementsprechend verfolgt ihn die Landwirtschaft seit jeher auf Schritt und Tritt. Er studierte Agrar- und Nutzpflanzenwissenschaften an der Universität für Bodenkultur. Während dieser Zeit übernahm er den Betrieb in Wallern und führt diesen vieh- und pfluglos im Nebenerwerb. Seit 2015 schreibt er im LANDWIRT für die Bereiche Ackerbau und Energie.

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