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Rubrik Mein Betrieb

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Dürreindex: Ist das System gerecht?

Trotz massiver Ertragseinbußen erhalten manche Bauern im Trockengebiet kaum eine Entschädigung. Die Dürreindexversicherung ist einfach und unbürokratisch – doch ihre Schwellen treffen nicht jede Region gleich gut.

Alexander Böck-Funk 1 Min. Lesezeit

„1.500 Kilo Weizen – aber für die Versicherung war es offenbar immer noch nicht trocken genug.“ Diesen Satz habe ich zuletzt von einem Bauern aus dem Pannonikum gehört. Er hat die Dürreindexversicherung der Österreichischen Hagelversicherung im vergangenen Jahr gekündigt – aus Frust. In der Vergangenheit seien die Auszahlungen mit rund 100 Euro pro Hektar – trotz deutlich spürbarer Dürreschäden – zu gering und die Prämien zu hoch gewesen. Und damit ist dieser Landwirt nicht allein.

Einfach und unbürokratisch

Dabei ist die Indexversicherung an und für sich eine tolle Sache. Die tatsächlichen Niederschlagsdaten werden mit dem zehnjährigen Mittel verglichen. Erreicht das Defizit eine festgelegte Schwelle, gibt es eine Auszahlung. Ohne irgendwelche Begutachtungen, ohne zusätzlichen Bürokratieaufwand. Das macht das Verfahren einfach und nachvollziehbar. Aber leider auch weniger treffsicher.

Trockengebiete im Nachteil

Im Feuchtgebiet liegt das zehnjährige Niederschlagsmittel hoch. Selbst bei einem deutlichen Defizit kann dort noch genügend Regen für ordentliche Erträge gefallen sein. Der Index kann dennoch eine Auszahlung auslösen. Im Trockengebiet ist dagegen bereits der Basiswert niedrig. Bis das notwendige Defizit erreicht ist, können längst erhebliche wirtschaftliche Schäden entstanden sein. Gut die Hälfte der Versicherungsprämie wird von Bund und Ländern getragen. Ein öffentlich gestütztes Modell sollte daher nicht nur rechnerisch sauber, sondern auch wirtschaftlich gerecht sein. Die Schwellen sollten stärker berücksichtigen, ab wann Trockenheit in einer Region tatsächlich Ertrag kostet. Sonst fließt das Geld womöglich nicht dorthin, wo die Dürre längst die größten Schäden angerichtet hat.

 

Kontakt zum Autor

Alexander Böck-Funk

LANDWIRT Redaktion

Ist aufgewachsen auf dem elterlichen Betrieb im oberösterreichischen Wallern und wurde immer schon als Nachfolger gehandelt. Dementsprechend verfolgt ihn die Landwirtschaft seit jeher auf Schritt und Tritt. Er studierte Agrar- und Nutzpflanzenwissenschaften an der Universität für Bodenkultur. Während dieser Zeit übernahm er den Betrieb in Wallern und führt diesen vieh- und pfluglos im Nebenerwerb. Seit 2015 schreibt er im LANDWIRT für die Bereiche Ackerbau und Energie.

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