Schon jetzt werden mehr als die Hälfte der Betriebe in Österreich im Nebenerwerb geführt. Laut einer Auswertung des österreichischen Landwirtschaftsministeriums aus 2024 wird der Anteil des Haupterwerbs an allen landwirtschaftlichen Betrieben bis 2033 noch weiter, auf 42 %, zurückgehen. In Deutschland ist die Situation kaum anders. Die mangelnde Rentabilität beschleunigt diesen Strukturwandel – insbesondere in der Tierhaltung.
Umso bemerkenswerter der Weg von Familie Obermayr, über den unsere Rinderredakteurin Magdalena Moser berichtet. Während viele Landwirte in die entgegengesetzte Richtung gehen, haben Eva und Andreas Obermayr ihren Milchviehbetrieb vom Neben- in den Vollerwerb geführt. Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten und der Einwände von Beratern.
Heute steht der Hof auf einem stabilen Fundament. Nicht durch übereiltes Wachstum, sondern aufgrund einer vernünftigen Betriebsentwicklung und einer Portion Glück bei der Flächenerweiterung. Eine hochwertige Futtergrundlage und klare züchterische Ziele sind Teil des funktionierenden Konzepts. Dass mit Tochter Anna bereits eine Hofnachfolgerin mit Begeisterung, Fachwissen und Zukunftsplänen im Stall steht, ist kein Zufall.
Diese Erfolgsgeschichte zeigt: Milchproduktion im Vollerwerb ist immer noch möglich. In diesem Fall, weil Familie Obermayr mutig genug war, ihren eigenen Weg abseits von Trends zu beschreiten.
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