BioBio-SchweinEin Schweinestall aus Holz?!!

Ein Schweinestall aus Holz?!!

Tierwohlstall in Holzständerbauweise: ein Meter hohe Betonwände, der Rest mit Schnittholz und Leimbindern. Wände und Dach sind mit Paneelen verkleidet. Kosten: ca. 800 Euro netto pro Mastplatz (1,1 m2 Fläche pro Tier) – deutlich günstiger als komplett in Beton.
Quelle: Auinger

Vorgefertigte Platten sind ideal

Dr. Werner Hagmüller, Leiter der Außenstelle Wels-Thalheim der HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Quelle: Daniela Köppl

Wenn ich von Holz spreche, dann in Form von vorgefertigten Platten. Üblicherweise handelt es sich um mehrlagig verleimtes Brettsperrholz (CLT). Dieses ist sowohl für tragende Elemente wie Wände und Decken als auch für Zwischenwände bestens geeignet.

Die mehrjährigen Erfahrungen mit dem Modulstall – einem Fertigteil-Abferkelstall in Holzbauweise für die Bio-Schweinehaltung – zeigen, dass sich die erwarteten Vorteile tatsächlich eingestellt haben. Sowohl das angenehme Stallklima (kein Schwitzen, gute Dämmeigenschaften bei geringer Wandstärke) als auch die guten Akustikeigenschaften durch die geschliffene Holzoberfläche machen den Stall zu einem angenehmen Arbeitsplatz und schaffen beste Voraussetzungen für hohe Leistungen.

Auch im tierberührten Bereich lassen sich Holzplatten verwenden. Die Möglichkeit zur Reinigung mit Hochdruck ist auch bei CLT gegeben. Im Vergleich zu PVC, PP oder PE muss aber etwas vorsichtiger gearbeitet werden – daher wird die Dreckfräse bei uns nicht eingesetzt.

Beim Einsatz von Holz ist immer darauf zu achten, dass es nicht mit stehender Nässe konfrontiert wird. Purenit® als unempfindlicher Kunststoff wird oft als Sockel von CLT-Elementen verwendet, um das Holz vor Nässe zu schützen.

CLT wird von den Schweinen nur in geringem Ausmaß angefressen, da im Gegensatz zu Schnittholz (Pfosten, Bretter) keine Hohlräume und Fugen auftreten. Glatte Oberflächen dürften für die Tiere wenig attraktiv sein.

Bei der Verwendung von Eigenholz ist darauf zu achten, dass die Oberflächen glatt sind und die Einzelteile mittels Nut/Feder verbunden werden. Andernfalls entstehen rasch Abnützungserscheinungen, die sich negativ auf die Hygiene auswirken. Besonders harzreiche Hölzer wie die Schwarzkiefer sind etwas besser vor dem Zugriff der Schweine geschützt.

Holz früher und heute

Christian Auinger, Forschung und Entwicklung Schauer Agrotronic
Quelle: privat

Vor zehn Jahren war Holz als Baumaterial im Schweinestall undenkbar, in den 70er Jahren war es aber weit verbreitet. Zwischen den damals verwendeten Brettern konnte sich allerdings viel Schmutz ansammeln. Zudem entstanden durch das Verziehen der Bretter Angriffsflächen für die Tiere zum Anbeißen. Größere Abstände führten zu Zugluft, sodass die Schweine Kotplätze dort anlegten, wo sie unerwünscht waren.

In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde Holz durch Kunststofftrennwände ersetzt. Nach außen hin sehen diese immer sauber und hygienisch aus, bieten jedoch innen ein großes Potenzial für Brutplätze von Ungeziefer.

Die neue Technologie der kreuzverleimten Holzelemente (CLT) bietet durch den homogenen Aufbau ganz andere Möglichkeiten für den Einsatz von Holz in Schweineställen. Der durchgehend massive Aufbau verhindert z.B. Brutstätten von Fliegen. CLT ist seit beinahe 15 Jahren in Schweineställen im Einsatz. Die Wände lassen sich problemlos mit dem Flachstrahl des Hochdruckreinigers reinigen.

In den letzten Jahren wurden nicht nur die Buchten-Trennwände, sondern ganze Stallgebäude, tragende Wände inkl. der Decke in diesem Material ausgeführt. Mit einer Wandstärke von nur 10 cm erfüllt man zum einen den statischen Anspruch und hat zum anderen auch genügend thermische Isolierung.

Hauptsächlich wird als Material Fichtenholz eingesetzt, welches mit kerngedämmten Betonfertigteilen preislich mehr als mithalten kann. Das optimale Raumklima (Luftfeuchtigkeit, Lärmreduktion durch die rauere Oberfläche als Beton) und die Selbstregulierung in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit (Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie auch wieder ab) sprechen für sich. Gefühlt ist es in solchen Ställen immer um drei bis vier Grad wärmer als es das Thermometer anzeigt. Wesentlich für die Langlebigkeit solcher Gebäude ist der konstruktive Holzschutz. Der Einbau eines 5 bis 10 cm hohen Sockels (z.B. aus Purenit® oder Beton) und eines Bitumentrennbandes verhindern das Aufsteigen der Feuchtigkeit. Um die Außenwände vor Witterung zu schützen, empfiehlt es sich, genügend Dachüberstand miteinzuplanen. In exponierten Lagen schützen zusätzliche Wandverkleidungen die CLT-Oberfläche.

Wenn Schweine genügend Rohfaser in Form von Stroh oder Heu in Raufen zur Verfügung haben, interessieren sie sich weniger für die Wände. Jedoch macht es Sinn, den ersten Meter vom Boden mit Siebdruck-, Betoplan-, oder ähnlichen Verkleidungsplatten zusätzlich zu schützen, um langfristig Freude am Stall zu haben. Im Übergang vom Stallinneren in den Auslauf müssen die Holzlaibungen auf jedem Fall mit Blechen geschützt werden, um den Tieren die Angriffskante zu nehmen.

Mit Eigenholz, im Speziellen Schnittholz, werden mittlerweile auch komplette S

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