KommentarEin Stück Butter kostet nur mehr 99 Cent

Ein Stück Butter kostet nur mehr 99 Cent

Erschienen in: LANDWIRT 01/2026

Stefan Vogelsang zeigt eindrucksvoll, wie man aus der Not eine Tugend macht. Weil er es satt hatte, sich als Landwirt ständig zu erklären, nimmt er jetzt Interessierte und Kritiker auf Social Media zur Arbeit mit – zur Aussaat, zur Düngerbedarfsermittlung oder zur Fütterung seiner Rinder.

Im Gespräch mit Stephanie Auinger und Katharina Engler findet er klare Worte, etwa wenn es um die ständige Angst vor Kontrollen und Sanktionen oder um schlecht bezahlte Produkte geht.

Während Vogelsang digitale Aufklärung betreibt, zeigt ein Blick auf die aktuellen Märkte, wie wenig Wertschätzung sich vielerorts in den Preisen widerspiegelt. Besonders deutlich wird das bei der Butter: Im Dezember kostete ein 250-g-Stück im deutschen Handel nur noch 99 Cent, in Österreich rund 1,50 Euro. – Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Magdalena Moser. Die Zusammenhänge am globalen Milchmarkt sind komplex, doch vereinfacht gesagt: Derzeit ist weltweit mehr Milch am Markt als zu dieser Jahreszeit üblich. Die daraus resultierenden sinkenden Preise für Milchprodukte und die Auszahlungspreise sind für die Milchbauern ein harter Schlag.

Viele erleben diesen Preisrückgang nicht zum ersten Mal. Besonders bitter ist aktuell jedoch die Kombination aus fallenden Milchpreisen, stark gestiegenen Produktions- und Baukosten (dazu empfehle ich das Interview mit Walter Breiniger) sowie einer Kaufkraft, die immer stärker unter Druck gerät. Vielleicht erinnern Sie sich an das viel zitierte Beispiel der Wurstsemmel: Vor 30 Jahren konnte man sich in Österreich mit dem Erlös eines Liters Milch rund drei Wurstsemmeln kaufen. In den vergangenen Jahren brauchte es für eine Wurstsemmel bereits vier Liter – und zum Jahresbeginn deutet vieles darauf hin, dass selbst diese vier Liter bald nicht mehr reichen werden.

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