Das erste Halbjahr 2026 war österreichweit das zweittrockenste seit Beginn der Messungen. In Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wurde das trockenste erste Halbjahr der jeweiligen Messgeschichte verzeichnet. Hohe Temperaturen und eine stärkere Verdunstung verschärfen die Folgen der fehlenden Niederschläge.
Besonders angespannt ist die Lage im Grünland. Regional drohen Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent. Viele Betriebe verfüttern bereits ihre für den Winter vorgesehenen Vorräte. Der Zukauf von Futtermitteln ist ebenfalls erschwert, weil große Teile Österreichs und angrenzende Regionen von der Trockenheit betroffen sind.
Mindererträge auch bei Mais und Getreide
Neben Grünlandbetrieben sind auch Ackerbau, Obst- und Gemüsebau betroffen. In Oberösterreich werden bei Mais regional starke Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen gemeldet. Auch im Getreideanbau führen die Witterungsbedingungen zu Mindererträgen. Dadurch steigt der wirtschaftliche Druck auch auf Schweinehalter und andere Betriebe, die auf ausreichende Mengen an Futtergetreide und Mais angewiesen sind.
Futtermittelbörsen und zusätzliche Flächen
Bund, Länder und Landwirtschaftskammern beraten über kurzfristige Maßnahmen wie beispielsweise:
- den Ausbau und die bundesländerübergreifende Vernetzung von Futtermittelbörsen,
- Ausnahmen für Bio-Betriebe beim Zukauf konventioneller Futtermittel, wenn Bio-Futter nicht verfügbar ist,
- die Stundung von Agrarinvestitionskrediten,
- die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen.
Oberösterreich prüft zudem, welche verfügbaren Flächen kurzfristig zur zusätzlichen Futtergewinnung genutzt werden können. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich informiert darüber, welche Begrünungs- und Zwischenfruchtmischungen sich zur Futternutzung eignen und zugleich die förder- und fachrechtlichen Vorgaben erfüllen.
36 Millionen Euro für Versicherungsschutz
Ein wesentlicher Bestandteil der Risikovorsorge ist die Absicherung über die Österreichische Hagelversicherung. Das Land Oberösterreich und der Bund stellen dafür im Jahr 2026 rund 36 Millionen Euro bereit. Abgedeckt werden Naturgefahren wie Dürre, Hagel und weitere Extremwetterereignisse.
Nach Angaben des Landes werden 55 Prozent der Versicherungsprämien von der öffentlichen Hand übernommen. Oberösterreich will das System gemeinsam mit dem Bund finanziell absichern und angesichts zunehmender Wetterextreme weiterentwickeln.
Weitere Entlastungen in Verhandlung
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger und die oberösterreichische Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger verweisen auf die regional unterschiedliche Lage und laufende Gespräche über weitere Hilfen.
Neben kurzfristigen Entlastungen sollen auch die Dürreversicherung, betriebliche Risikovorsorge und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel gestärkt werden. Im Rahmen der Initiative „Landwirtschaft.Klima.Fit“ wurden gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen 163 Handlungsempfehlungen für Acker- und Grünlandbau sowie Rinder- und Schweinehaltung erarbeitet.

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