LandlebenErnährungEssiggurken im Handel: Herkunft vieler Eigenmarken unklar

Essiggurken im Handel: Herkunft vieler Eigenmarken unklar

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Mag. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Mag. Robert Pichler, Obmann von Wirtschaften am Land und Mag. Thomas Krahofer, Geschäftsführer von efko (v. l. n. R.) fordern mehr Transparenz bei der Herkunft von Essiggurken und faire Bedingungen für die heimische Produktion.
Quelle: Wirtschaften am Land

Wirtschaften am Land überprüfte Anfang Juni 2026 in Filialen des Lebensmittelhandels 98 Essiggurkenprodukte. Untersucht wurden 58 Markenartikel und 40 Eigenmarken.
Bei 31 der 40 Eigenmarken fehlte eine Herkunftsangabe auf dem Etikett. Auf Nachfrage nannten Handelsunternehmen teilweise bis zu 15 mögliche Herkunftsländer. Zehn der untersuchten Eigenmarkenprodukte enthielten Gurken aus Indien, fünf Produkte Gurken aus Österreich.
Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit der efko Frischfrucht und Delikatessen GmbH und der Landwirtschaftskammer Oberösterreich auf dem Betrieb von Alfred Aichinger in Hartkirchen vorgestellt.

Organisationen fordern klare Kennzeichnung

Robert Pichler, Obmann von Wirtschaften am Land, fordert den Handel auf, die Herkunft der verwendeten Gurken klar auszuweisen. Nur so könnten Konsumenten gezielt Produkte aus Österreich auswählen.
Seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 sei der oberösterreichische Marktanteil bei Einlegegurken im Lebensmittelhandel von mehr als 80 Prozent auf rund 50 Prozent gesunken. Importware stammt unter anderem aus Indien, Russland und der Türkei.

Kostendruck auf heimische Produktion

Nach Angaben von efko werden Importgurken teilweise zu deutlich niedrigeren Kosten produziert. Gleichzeitig seien in Österreich die Ausgaben für Arbeit, Energie und Betriebsmittel gestiegen. efko-Geschäftsführer Thomas Krahofer fordert daher vergleichbare Wettbewerbsbedingungen für heimische Rohware und Verarbeitung.
Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger verweist auf die hohen heimischen Produktions- und Lebensmittelsicherheitsstandards. Bei Importware seien die Produktionsbedingungen für Konsumenten häufig nicht nachvollziehbar.
Einlegegurken werden überwiegend von Hand geerntet und zählen zu den arbeitsintensiven Kulturen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer hängen mehr als 1.000 direkte Arbeitsplätze im oberösterreichischen Gemüsebau sowie rund 1.500 Arbeitsplätze in nachgelagerten Bereichen von der Branche ab.

 

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