BioBio-RindEU-Agrarausschuss unterstützt flexiblere Öko-Weidepflicht

EU-Agrarausschuss unterstützt flexiblere Öko-Weidepflicht

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Weidetriebweg
Der Grundsatz kein Öko-Betrieb ohne Weide soll bestehen bleiben, jedoch sollen Betriebe, die die Weidepflicht aus triftigen Gründen nicht erfüllen können Bio bleiben können, wenn die Tiere in sehr tierwohlgerechten innovativen Ställen mit großzügigen Auslaufflächen gehalten werden.
Quelle: agrarfoto.com

Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat einem Änderungsantrag zur Klarstellung der Öko-Weidepflicht zugestimmt. Der Bayerische Bauernverband (BBV), der sich seit Anfang 2025 für mehr Flexibilität einsetzt, wertet das Votum als wichtigen Erfolg und hofft, dass die Vorschläge nun in den Trilogverhandlungen zwischen EU-Parlament, Rat und Kommission übernommen werden.

Der Grundsatz „Kein Öko-Betrieb ohne Weide“ bleibt bestehen. Künftig sollen jedoch Betriebe, die aus objektiven Gründen keine vollständige Weidehaltung umsetzen können, ihren Bio-Status behalten dürfen. Voraussetzung ist, dass die Tiere in besonders tierwohlgerechten Ställen mit großzügigen Ausläufen gehalten werden. Als triftige Gründe gelten etwa Ortslagen, fehlende angrenzende Weideflächen oder Verkehrstrassen. Arbeitswirtschaftliche Vorteile allein reichen dagegen nicht aus.

Der Ausschuss sprach sich außerdem für praxisnahe Regelungen bei innovativen Stallkonzepten aus. So sollen Mindestflächen für offene Stallformen angepasst und die bisherige starre Begrenzung der Überdachung von Ausläufen gelockert werden. Dadurch könnten kostspielige Umbauten oder Rückbauten bis 2030 vermieden werden.

Mehr als 300 Betriebe ausgestiegen

Der BBV betont, dass er die Weidehaltung grundsätzlich unterstützt. Allerdings gebe es zahlreiche Betriebe, bei denen eine Weidenutzung für alle Tiergruppen nicht möglich sei. Entscheidend für Verbraucher sei, dass Bio-Tiere Zugang zu Frischluft und Tageslicht haben – sei es auf der Weide oder in einem großzügigen Auslauf.

Nach Angaben des BBV haben in Bayern aufgrund der aktuellen Regelungen bereits mehr als 300 Betriebe den Ökolandbau verlassen, weitere könnten folgen. Der Verband fordert daher eine rasche Anpassung der EU-Ökoverordnung, um den Fortbestand heimischer Bio-Betriebe zu sichern und die steigende Nachfrage nach regional erzeugten Bio-Lebensmitteln aus heimischer Produktion decken zu können.

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