AckerbauDüngungEU-Düngemittelverordnung braucht neuen Kurs

EU-Düngemittelverordnung braucht neuen Kurs

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Quelle: LKÖ/Anna Schreiner

Die aktuellen Energiepreissteigerungen machen deutlich, dass die Europäische Kommission ihren Ansatz zur Dekarbonisierung der Düngemittelversorgung korrigieren muss. Das hat die Denkfabrik Farm Europe mit Blick auf ein Gespräch mit Vertretern der Landwirtschaft, der Düngemittelindustrie und der Wissenschaft betont, zu dem die Brüsseler Behörde am Montag (13.3.) geladen hatte.

Wie der Thinktank erläutert, läuft der Ansatz der Kommission darauf hinaus, Düngemittel über die Integration in das Emissionshandelssystem (ETS) zu verteuern und über den Grenzausgleichsmechanismus für Kohlenstoffemissionen (CBAM) Kostenvorteile für importierte Ware zu verhindern. Aus Sicht von Farm Europe funktioniert diese Strategie allerdings nicht. Europa verliere Produktionskapazitäten im Bereich der Düngemittel und der Getreideerzeugung, ohne dass der Wandel hin zu einer klimaschonenderen Herstellung von Düngern Fortschritte mache. Der Denkfabrik zufolge wurden in der EU seit 2010 Kapazitäten zur Produktion von Düngemitteln im Umfang von 10 Mio. Tonnen abgebaut oder zeitweise stillgelegt, wobei sich der Rückgang zuletzt weiter beschleunigt haben soll. Verbunden ist das aus Sicht des Thinktanks mit einem Rückzug der Getreideerzeugung, der auf 4 Mio. Hektar seit 2020 beziffert wird. Eingerechnet werden dabei etwa kostenbedingten Änderungen in der Fruchtfolge sowie Stilllegungen.

Um die Wertschöpfungsketten nachhaltig zu dekarbonisieren, ohne dabei die Wettbewerbsfähigkeit einzuschränken, muss die Kommission laut Farm Europe in den nächsten Jahren einen neuen Kurs einschlagen. Angesetzt werden sollte aus Sicht des Thinktanks bei der Kohlenstoffanreicherung in Böden. Mithilfe von richtig gesetzten Anreizen, einem fairen CO2-Preis sowie der Kombination von Düngemaßnahmen mit der Nutzung von Kohlenstoffsenken könne der Rechtsrahmen für Carbon Farming zur tragenden Säule einer klimaschonenderen Wertschöpfungskette werden, so Farm Europe. Den Landwirten müsse ermöglicht werden, ihre Leistungen im Bereich der CO2-Speicherung auf regulierten Märkten zu verkaufen.

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