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EU erhöht Ziel für Eiweiß-Selbstversorgung

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Die EU-Kommission will den Anteil der Selbstversorgung mit Futterprotein bis 2035 auf 35% steigern.
Quelle: BearFotos / shutterstock.com

Die Europäische Union will ihre Abhängigkeit von Eiweißfuttermittelimporten verringern. Wie aus einem vorläufigen Entwurf des Proteinplans der EU-Kommission hervorgeht, soll der Selbstversorgungsgrad bei Futterprotein aus Ölsaaten und Eiweißpflanzen bis 2035 auf 35 Prozent steigen. Im Jahr 2025 lag dieser Wert EU-weit bei 25 Prozent. Der Proteinplan soll nach aktuellem Stand gemeinsam mit der EU-Nutztierstrategie am 1. Juli vorgestellt werden. Da es sich um einen vorläufigen Entwurf handelt, sind bis zur Veröffentlichung noch Änderungen möglich.

Mehr strategische Unabhängigkeit

Nach Angaben der Kommission haben geopolitische Spannungen, Marktschocks und die Abhängigkeit von Importen die Notwendigkeit verdeutlicht, die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln stärker abzusichern. Die Brüsseler Behörde betrachtet dies als Frage der strategischen Autonomie der Europäischen Union. Zur besseren Marktbeobachtung soll die Rolle der Beobachtungsstelle für Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen gestärkt werden.

Förderung von Eiweißpflanzen geplant

Dem Entwurf zufolge soll die Agrarpolitik ein günstiges Umfeld für Innovationen und nachhaltige Bewirtschaftungsformen schaffen. Gleichzeitig sollen Defizite bei Wertschöpfungsketten und der Wettbewerbsfähigkeit von Eiweißpflanzen sowie freien Aminosäuren abgebaut werden.

Über die Empfehlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 sollen die Mitgliedstaaten dazu ermutigt werden, entsprechende Maßnahmen in ihre nationalen Strategiepläne aufzunehmen. Dies soll über den geplanten Fonds für nationale und regionale Partnerschaft (NRP) erfolgen.

Konkret könnten der Anbau von Leguminosen sowie von Raps und Sonnenblumen durch Anreize wie produktionsgekoppelte Beihilfen ausgeweitet werden. Darüber hinaus sollen verschiedene GAP-Instrumente, resiliente Wertschöpfungsketten, eine breitere Importbasis sowie stärker lokal verankerte Tierhaltungssysteme die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln verbessern.

Nachfrage und Forschung stärken

Neben dem Ausbau der Produktion soll auch die Nachfrage nach Eiweißfuttermitteln aus der EU gestärkt werden. Als mögliche Instrumente nennt der Entwurf die öffentliche Beschaffung, Kennzeichnungssysteme sowie Maßnahmen zur Sensibilisierung von Verbrauchern und Marktteilnehmern. Zudem soll der Fokus auf Forschung und Innovation bei Kulturpflanzen, alternativen Proteinen sowie Bioökonomie- und Kreislaufwirtschaftslösungen verstärkt werden. Junglandwirten misst die Kommission ebenfalls eine wichtige Rolle bei. Der Proteinanbau und eine stärkere Diversifizierung der Fruchtfolgen sollen deshalb in die bereits im Herbst 2025 vorgestellte EU-Junglandwirtestrategie integriert werden.

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