Mein BetriebAgrarpolitik und FörderungEU-FarmBook fördert Wissenstransfer in der Nutztierhaltung

EU-FarmBook fördert Wissenstransfer in der Nutztierhaltung

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Im Rahmen einer dreitägigen Pressereise in der Bretagne diskutierten Expertinnen und Experten am Institut Agro Rennes-Angers, wie digitale Innovationen im Tierhaltungssektor wirksamer in die Praxis übertragen werden können (v. l. n. r.: Patrick Sarzeaud, Katharina Seuser, Klaus Knippertz, Bérenger Morel, Inge De Bo, Peter Rakers).
Quelle: U-FarmBook/Luc Servais

Im Rahmen einer dreitägigen Pressereise in der Bretagne trafen sich Experten aus Forschung, Beratung, Innovationsförderung und Agrarjournalismus am Institut Agro Rennes-Angers. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie digitale Innovationen im Tierhaltungssektor wirksamer in die landwirtschaftliche Praxis übertragen werden können.

Ergänzend zu einer Podiumsdiskussion am präsentierten Forschungseinrichtungen und Projektpartner auf einem „Innovation Marketplace“ digitale Werkzeuge, Pilotprojekte und aktuelle Forschungsergebnisse. Veranstaltet wurde die Pressereise von EU-FarmBook, dem European Network of Agricultural Journalists (ENAJ) und dem französischen Nutztierinstitut IDELE. Rund 30 Vertreter aus Wissenschaft und Medien nahmen teil.

EU-FarmBook setzt auf mehrsprachigen Wissensaustausch

Patrick Sarzeaud von IDELE verwies auf die Beteiligung des Instituts an 40 europäischen Forschungsprojekten. Als französischer EU-FarmBook-Botschafter habe IDELE im vergangenen Jahr mehr als 2.000 Datensätze auf der Plattform veröffentlicht.

Dr. Inge De Bo von der Universität Gent stellte die Funktionen von EU-FarmBook vor. Die Plattform bietet einen offenen Zugang in 24 EU-Sprachen und verfügt über einen KI-gestützten „Farmassistenten“, der Anfragen in der jeweiligen Landessprache beantworten kann. Die Plattform werde laufend weiterentwickelt und kontinuierlich mit neuen Inhalten ergänzt.

Yanne Boloh, Vorsitzende des ENAJ, betonte die Bedeutung der Plattform für den Agrarjournalismus und den Wissenstransfer. Innovationen könnten nur dann Wirkung entfalten, wenn Forschung, Beratung und landwirtschaftliche Praxis eng zusammenarbeiten.

Digitale Technologien für Nutztierbetriebe

Ein Schwerpunkt der Podiumsdiskussion waren digitale Innovationen und Datentechnologien für Nutztierbetriebe. Prof. Yannick Le Cozler vom Institut Agro Rennes-Angers stellte bildbasierte Verfahren für das Management von Milchviehherden vor. Die Technik ermöglicht unter anderem die Überwachung des Tierwohls sowie die Schätzung von Gewicht und Body-Condition-Score. Erste Praxistests auf 25 Betrieben lieferten vielversprechende Ergebnisse, dennoch begegneten viele Landwirte der Technologie noch mit Zurückhaltung.

Adrien Lebreton von IDELE erklärte, dass digitale Technologien in der Nutztierhaltung bereits weit verbreitet seien. Ihr Nutzen hänge jedoch stark vom jeweiligen Betriebs- und Produktionssystem ab. Entscheidend seien der wirtschaftliche Mehrwert und der Entwicklungsstand einer Technologie. Für die Berichterstattung über Innovationen empfahl er, den sogenannten Technology Readiness Level (TRL) zu berücksichtigen.

Beispiele aus Schweine- und Geflügelforschung

Claudie Guyomarch vom Schweineforschungsbetrieb CRÉCOM stellte Forschungsarbeiten zu temporären Abferkelbuchten, zur Vermeidung von Schwanzbeißen sowie zur Lichtintensität nach dem Absetzen von Ferkeln vor.

Pauline Créach vom französischen Forschungsinstitut ITAVI präsentierte digitale Anwendungen für die Geflügelhaltung. Dazu gehören Roboter zur Geschlechtsbestimmung von Küken, Systeme zur Überwachung von Stallklima und Tierbewegungen sowie automatisierte Eierverpackung. Auch sie betonte, dass Investitionen in neue Technik für landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich tragfähig sein müssen.

Innovation Marketplace zeigt Praxislösungen

Begleitend zur Podiumsdiskussion wurden zahlreiche Forschungs- und Innovationsprojekte vorgestellt. Präsentiert wurden unter anderem neue Funktionen von EU-FarmBook, digitale Anwendungen für die Milchvieh- und Schweinehaltung, KI-gestützte Verfahren im Precision Farming sowie die Melkplattform TRET und das Netzwerk Digifermes® von IDELE. ITAVI zeigte zudem digitale Werkzeuge wie EBENE zur Bewertung des Tierwohls und Cap2ER zur Erfassung des ökologischen Fußabdrucks landwirtschaftlicher Betriebe.

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