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Rubrik Traktoren

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Fahrbericht: Valtra stellt neue T-Serie vor

Die T-Serie von Valtra startet in seine sechste Generation. Im Topmodell T236 leistet der neue 7,5-l-Sechszylinder bis zu 245 PS. Ein Zehnfach-Lastschaltgetriebe und die überarbeitete Bedienung zählen zu den weiteren Neuerungen.

Der neue Valtra T236 ist mit 245 PS das Spitzenmodell der sechsten Generation der T-Serie. Er kombiniert den neuen 7,5-l-Motor Core75 mit verschiedenen Getriebe-Varianten. Quelle: Weninger

Lukas Weninger 4 Min. Lesezeit

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Valtra hat seine neue T-Serie nicht nur optisch überarbeitet. Die Finnen haben unter anderem Motor, Fahrwerk, Bedienung und Elektronik neu oder weiter entwickelt. Die sechste Generation der T-Serie umfasst sechs Modelle mit einer Maximalleistung von 170 bis 245 PS, mit dem Flaggschiff T236.

Triebwerk mit 7,5 Liter

Herzstück ist jetzt der Core75-Motor von AGCO Power. Der Sechszylinder mit 7,5 l Hubraum erreicht beim T236 ein maximales Drehmoment von 1.184 Nm. Dieses steht bereits bei 1.000 U/min zur Verfügung. Durch das niedrigere Drehzahlniveau lässt sich spritsparender arbeiten. Der Motor ist für den Treibstoff HVO freigegeben. Laut Valtra soll der spezifische Verbrauch im günstigsten Betriebspunkt im Vergleich zum bisherigen 74HD um bis zu 5 % geringer sein.

Dafür sorgt das „Smart Power Management“. Anstelle einer Boostleistung stimmen Motor und Getriebe die erforderliche Leistung laufend auf die aktuelle Last und Arbeitssituation ab. Zusätzlich kann der Fahrer zwischen den drei Modi Eco, Normal und Power wählen.

Der AGCO-Power-Motor Core75 steht nun auch Valtra zur Verfügung. Er entwickelt sein maximales Drehmoment von 1.184 Nm bereits bei 1.000 U/min.
Quelle: Weninger

Jetzt drei Getriebe

Bei den Getrieben hat Valtra die Auswahl vergrößert. Als stufenloser Triebsatz wird nun das ML 180 von AGCO verbaut. Neu ist ein zehnfaches Lastschaltgetriebe mit zwei Gruppen und zehn Stufen. Es basiert auf dem bisher bekannten Lastschaltgetriebe mit vier Gruppen und fünf Stufen. Dieses bleibt in der neuen T-Serie weiter im Programm, allerdings nur für die einfachere Active-Gen2-Ausstattung. Mit der umfangreicheren Ausstattung SmartTouch-Gen2 sind nur die beiden erstgenannten Getriebe möglich.

Bei allen drei Getrieben ist eine Höchstgeschwindigkeit von 57 km/h möglich. Trotz des Radstands von 2,95 m gibt Valtra einen Wenderadius von nur 4,9 m an. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt bis zu 14 t, das Leergewicht beginnt bei 7,6 t. Ein neues Federungskonzept soll den Fahrkomfort steigern. Sowohl die Vorderachse als auch die Kabine sind pneumatisch gefedert.

Valtra setzt beim T236 auf eine pneumatische Vorderachsfederung, die zusammen mit der luftgefederten Kabine für einen hohen Fahrkomfort sorgen soll.
Quelle: Weninger

Hydraulik mit Automatik

Valtra setzt verstärkt auf Automatisierung. Die Hydraulik liefert je nach Ausstattung bis zu 200 l/min. Neu ist die Funktion „Ground Speed Hydraulics“. Dabei wird der Ölfluss an die Fahrgeschwindigkeit gekoppelt. Das ist etwa bei Streuern, Ladewagen oder Abschiebewagen praktisch: Verändert sich die Fahrgeschwindigkeit, wird die hydraulische Fördermenge automatisch angepasst – vom Prinzip her ähnlich wie eine Wegzapfwelle, nur eben hydraulisch.

Außerdem neu ist die Regelung des Frontkrafthebers. Dessen dynamische Hubwerksregelung soll das Frontgerät mit einem vorgegebenen Auflagedruck auf dem Boden halten.

Active oder SmartTouch

Markant verändert hat Valtra den Arbeitsplatz des Fahrers und die Auswahlmöglichkeiten bei der Bedienung. Den Einstieg macht die neue Armlehne namens Active Gen2. Mehr Möglichkeiten bietet die aufgefrischte SmartTouch-Bedienung (Gen2). Beide Systeme verfügen über ein Display an der A-Säule.

Die Armlehne Active Gen2 kommt ohne eigenen Bildschirm aus (optional am rechten Kabinenholm). Sie vereint die wichtigsten Funktionen auf einem übersichtlichen Pult sowie einen kleinen Kreuzhebel für elektrische Heck-Steuergeräte. Auf den ersten Blick fast nicht zu erkennen – weil unauffällig in die Armlehne integriert – dann aber ein echter Hingucker ist die Schaltwippe für das Getriebe. Auf der rechten Seitenkonsole befinden sich die Hebel für mechanische Steuergeräte.

Deutlich umfangreicher gestaltet sich die Bedienung SmartTouch Gen2. Dazu gehört ein hochauflösender 12-Zoll-Touchscreen. Dieser hat laut Valtra die zehnfache Rechenleistung im Vergleich zum Vorgänger. Bis zu 16 unterschiedliche Bildschirmaufteilungen lassen sich konfigurieren. Dazu kommen frei belegbare Tasten am Fahrhebel und am separaten Hydraulik-Joystick sowie Eingänge für bis zu vier Kameras.

Die beiden Armlehnen bzw. Bedienkonzepte: Basis ist die völlig neue Active Gen2, sie ist für alle drei Getriebevarianten erhältlich.
Quelle: Dolensek
Die umfassendere SmartTouch Gen2 (r.) wurde überarbeitet und ist nur für das stufenlose sowie für das Zehnfach-Lastschaltgetriebe verfügbar.
Quelle: Dolensek

Hilfe und Komfort

Interessant ist die integrierte Hilfe: Zu vielen Menüpunkten lassen sich kurz gehaltene Erklärungen aufrufen. Über QR-Codes erhält man weiterführende Informationen oder Videos auf das Smartphone. Zudem führen Assistenten schrittweise durch bestimmte Einstellungen.

Mit der neuen T-Serie führt Valtra ab Werk außerdem FarmEngage von PTx ein. Die Plattform soll Auftragsplanung, Maschinendaten und Dokumentation zwischen Büro und Traktor zusammenführen. Das System ist nicht nur auf AGCO-Maschinen beschränkt, sondern herstellerübergreifend.

Was in einer Traktorkabine alles möglich ist, zeigt die Ausstattung Unlimited Ultra. Dazu gehört ein elektrisch verstellbarer Sitz mit Memory-Funktion, Sitzheizung und -belüftung, verstellbarer Lordosenstütze sowie Massagefunktion. Alcantara, zusätzliche LED-Beleuchtung, induktives Laden für das Handy und ein 12-l-Thermobehälter gehören ebenfalls zum möglichen Umfang.

Die technischen Daten (Herstellerangaben)

  • Hersteller, Modell:   Valtra T236
  • Motor: Agco Power Core 75, 6 Zylinder, 7,5 l Hubraum, 245 PS (183 kW), maximales Drehmoment 1.184 Nm bei 1.000 U/min, Abgasstufe 5; 360 l Diesel, 40 l AdBlue.
  • Getriebe: stufenloses AGCO ML 180 oder 5- oder 10-stufiges Lastschaltgetriebe.
  • Hydraulik: CCLS-System, Pumpenleistung 115 l/min (optional 160 oder 200 l/min), max. 6 Steuerventile (Heck), 4 Steuerventile (Front); Heckhubwerk mit 9,5 t maximaler Hubkraft.
  • Zapfwelle: hinten 540/540E/1.000/1.000E U/min; Frontzapfwelle 1.000 U/min.
  • Maße: Länge 5.710 mm; Breite 2.550 mm; Höhe bis 3.233 mm; Radstand 2.950 mm; maximale Bodenfreiheit 575 mm
  • Gewichte: Leergewicht ab 7.600 kg; zulässiges Gesamtgewicht: bis 14.000 kg

Kontakt zum Autor

Lukas Weninger

LANDWIRT Redaktion

Ist auf einem Ackerbaubetrieb im Weinviertel aufgewachsen. Seine landwirtschaftliche Ausbildung am Francisco Josephinum in Wieselburg und an der Universität für Bodenkultur in Wien ergänzte er um zahlreiche Praktika in der Landwirtschaft. 2012 begann seine journalistische Laufbahn, die er seit 2017 beim LANDWIRT fortsetzt. Hier ist Lukas Weninger gemeinsam mit Johannes Paar für die Rubrik Landtechnik zuständig.

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