AckerbauPflanzenschutzFalsche Medienberichte zum Pflanzenschitzmitteleinsatz

Falsche Medienberichte zum Pflanzenschitzmitteleinsatz

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Quelle: Goldberger

Hohe Wellen haben in Österreich die Grünen und die Umweltorganisation Global 2000 mit Aussagen zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln geschlagen. Die Grünen-Landwirtschaftssprecherin Olga Voglauer hatte unter Verweis auf die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage darauf hingewiesen, dass der Einsatz von problematischeren Pflanzenschutzmitteln in Österreich in den vergangenen Jahren gestiegen sei.

Auf Grundlage der Verkaufszahlen aller rund 300 in Österreich eingesetzten Wirkstoffe und auf Basis von Standard-Hektaraufwandmengen berechnete Global 2000, welche Gesamtfläche damit behandelt werden könnte. Bei der „potenziell pestizidbehandelten Fläche“ hat es demnach von 2010 bis 2024 einen Zuwachs um 22% auf aktuell rund 7,5 Mio. Hektar gegeben.

Umgehend schaltete sich Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig in die Diskussion ein. Nach seinen Worten führt die kolportierte Zunahme der in Verkehr gebrachten Wirkstoffmengen in die Irre. Es seien auch Lagergase hineingerechnet worden, die nichts mit Anwendungen auf dem Feld zu tun hätten. Vielmehr würden Lagergase – überwiegend CO2 – in hohen Mengen für den Schutz vor Schädlingen eingesetzt. Werde dies korrekt berücksichtigt, so ergebe sich seit 2011 bei der Gesamtmenge der in Verkehr gebrachten Wirkstoffe ein Rückgang um 7,1%. Betrachte man ausschließlich chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, so betrage das Minus sogar 30%.

Obstbauern beklagen Mangel an Wirkstoffen

Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) kritisierte die von Global 2000 verwendete Formulierung „besonders gefährliche Pestizide“ sowie die Aussage „chemisch-synthetische Pestizide sind die gefährlichsten“. Das sei falsch. Vielmehr gehe von jeder Chemikalie eine Gefahr aus. Ob eine Substanz allerdings ein Risiko entfalte, hänge von der Dosis und der Exposition ab. Dass chemisch-synthetische Wirkstoffe ein höheres Risiko mit sich brächten, könne auf Basis wissenschaftlicher Fakten nicht pauschal gesagt werden, betonte die IGP. Fakt sei aber, dass die Wirkstoffe ein mehrjähriges, umfassendes Zulassungsverfahren auf EU-Ebene durchliefen. Damit werde gewährleistet, dass sie für Mensch, Tier und Umwelt sicher seien.

Der Österreichische Branchenverband für Obst und Gemüse (ÖBOG) machte deutlich, dass die Landwirtschaft weiterhin auf Pflanzenschutzmittel angewiesen sei. „Das wirkliche Problem in Österreich ist nicht ein Übermaß, sondern vielmehr ein Mangel an Wirkstoffen, was immer mehr wertvolle regionale Lebensmittel aus unseren Regalen verschwinden lässt“, so der Verband. Im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten und vor allem zu Ländern außerhalb der EU verfüge Österreich über weniger zugelassene Mittel und habe damit auch weniger Schutzmöglichkeiten.

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